„Unterholz“: Sabine Wewer stellt Werke aus / Danielle de Picciotto tritt auf

Motive zwischen der Natur und dem Unterbewusstsein

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Sabine Wewer zeigt rund 30 ihrer Werke im Kulturhaus Müller unter dem Titel „Unterholz“.

Ganderkesee - Von Karsten Tenbrink. Mexiko, China, Amerika, Spanien, Frankreich und Rumänien – die Liste der Länder, in denen die gebürtige Bremerin Sabine Wewer künstlerisch tätig war, ist lang. Gleichzeitig ist sie fest in der Region verwurzelt, zeigte ihre Werke unter anderem in Syke, Nienburg, Diepholz und Stuhr. Ab Freitag, 4. September, reiht sich Ganderkesee in diese Aufzählung ein.

„Unterholz“ hat Wewer ihre Ausstellung im Kulturhaus Müller betitelt und dafür rund 30 ihrer Werke ausgewählt, die entweder unmittelbar oder durch Assoziationen des Betrachters zu diesem Thema passen. Als „Bilder, die nicht unbedingt gefällig sind“, charakterisiert Wiebke Steinmetz von der regioVHS das Ergebnis dieser Auswahl.

Unterholz könne zum einen im wörtlichen Sinne verstanden werden als etwas, das in der Natur vorkommt – und schon dort einen ambivalenten Charakter hat: Unterschlupf und Geborgenheit für Tiere auf der einen, Undurchdringlichkeit und Abwehr auf der anderen Seite. Der Begriff könne aber auch als Synonym für das Unterbewusstsein des Menschen gelten, für das in der Psyche Verborgene, das Traumhafte. Und gerade das lässt fiel Raum für Interpretationen. So erklärt sich auch, warum mitten zwischen Motiven, die Kletterpflanzen oder kahle Baumkronen zeigen, plötzlich ein Bild von Schiffen hängt, die einen Aufbruch symbolisieren.

Wewer ist 1960 geboren, lebte einige Jahre in den USA, insbesondere in New York City, und lehrte bereits an verschiedenen Hochschulen. Neben der Malerei und dem Zeichnen – zum Teil nutzt sie dafür Kugelschreiber – hat Wewer inzwischen auch die Filmkunst für sich entdeckt. „Ich habe gerne Bewegung in meinen Werken, da sind bei Bildern die Möglichkeiten sehr begrenzt“, erklärt sie. Deshalb kombiniert sie beide Darstellungsformen. So zeigt ihr Film „Cab Driver“ zum Beispiel nicht nur eine selbst gebaute Miniaturstadt, auch die Kugelschreiberzeichnung eines Taxis „fährt“ an dem Betrachter vorbei. Zwei ihrer Videos werden ebenfalls in der Ausstellung gezeigt, die nach ihrer feierlichen Eröffnung am Freitag um 19 Uhr noch bis zum 15. November zu sehen ist.

Als „Beiprogramm“ zu der Ausstellung haben Wewer und Steinmetz zudem einen sehr interessanten Gast nach Ganderkesee eingeladen: Am Dienstag, 29. September, tritt Danielle de Picciotto mit einer Mischung aus Lesung, Musik und Performance-Kunst im Kulturhaus auf. Die gebürtige Amerikanerin lebt und arbeitet seit Ende der 80er-Jahre in Berlin. 2006 heiratete sie Alexander Hacke, den Bassisten der Band „Einstürzende Neubauten“. Vier Jahre später beschloss das Künstler-Paar, Berlin den Rücken zu kehren, ihr Haus und andere Besitztümer zu verkaufen und fortan eine Art Nomadenleben zu führen. Sie wohnten und arbeiteten fortan an verschiedenen Orten in der Welt, aber nirgendwo länger als zwei Monate.

Von diesem „Ausstieg aus der normalen Gesellschaft“, wie Steinmetz es nennt, berichtet de Picciotto in ihrem 2013 erschienenen Buch „We are Gypsies now – Der Weg ins Ungewisse“, aus dem sie auch bei ihrem Auftritt in Ganderkesee vorlesen wird.

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