Umweltzentrum Hollen findet keine Langzeitarbeitslosen für Klimaprojekt

Gute Arbeitsmarktlage bedroht Stromspar-Check

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Birgit Toriht legt ein Thermometer in den Kühlschrank, um die Temperatur zu messen. Da sie kommende Woche einen Job als Bürokraft antritt, steht sie jedoch bald nicht mehr als „Stromspar-Checkerin“ zur Verfügung.

Hollen - Von Ove Bornholt. Ein bisschen irrwitzig ist es schon: Die Arbeitsmarktlage ist offenbar so gut, dass das Umweltzentrum Hollen keine Langzeitarbeitslosen mehr findet, die für eine kleine Entschädigung als „Stromspar-Checker“ nach Energiefressern in Haushalten im Landkreis Oldenburg suchen. Bevor das Klimaschutzprojekt deswegen eingestellt werden muss, gibt es aber noch eine „letzte Hoffnung“, sagt Pressesprecher Ulf Moritz.

Das Umweltzentrum will Ehrenamtliche für die Arbeit als „Stromspar-Checker“ gewinnen. Diese würden eine kleine Entschädigung sowie Kilometergeld erhalten. Dafür müssten sie zum einen Neukunden werben und zum anderen bei Hausbesuchen über Energieverschwender wie alte Kühlschränke informieren. Sechs Tage werden die „Stromspar-Checker“ dafür geschult. Wer Interesse hat, sollte mobil sein. Denn in Hollen lagern Geräte wie Durchflussreduzierer sowie energiesparende Lampen, und für den Weg zu Kunden empfiehlt sich ein Auto.

Der Bund fördert das Projekt noch bis Ende 2018. Vier Stellen sind für den Landkreis Oldenburg vorgesehen, derzeit sind nur zwei besetzt. Aber da Birgit Toriht, die als Ein-Euro-Kraft anfing, einen Job als Bürokraft auf dem ersten Arbeitsmarkt gefunden hat, und ihr Kollege auch in ein paar Wochen nicht mehr zur Verfügung steht, ist die Fortsetzung des Projekts laut Umweltzentrum in Gefahr. Die scheidende „Checkerin“ Toriht meint, der Job sei sehr vielseitig. Man brauche ein bisschen handwerkliches Geschick und käme viel in Kontakt mit Leuten.

Gemeinsam mit der Caritas hat das Zentrum seit Februar 2014 rund 500 Haushalte im Landkreis Oldenburg und der Stadt Delmenhorst in Energiefragen beraten. Das Angebot richtet sich vorrangig an Menschen, die Arbeitslosengeld II, Wohngeld oder Grundsicherung erhalten. Diese sollten durch „Beratung auf Augenhöhe“ durch Langzeitarbeitslose informiert werden. Zudem gibt es eine Förderung von bis zu 70 Euro vom Bund für die Anschaffung von energiesparenden Geräten – zum Beispiel einen Durchflussreduzierer für den Wasserhahn. „Man muss gerade bei Menschen, die nicht viel Geld haben, Unterstützung leisten“, begründet Sprecher Moritz die Förderung. 130 Euro ließen sich im bundesweiten Schnitt pro Jahr einsparen. Dies käme auch den Kommunen zugute, die ja die Heizkosten für Arbeitslosengeld-II-Empfänger bezahlten, erklärt der Sprecher. Das Umweltzentrum ist unter Telefon 04223/ 932053 und per E-Mail an Stromspar-Check@ruzhollen.de zu erreichen.

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