Treffen mit Umweltminister Stefan Wenzel/Feste Zusagen gibt es nicht

Bürgermeister setzen sich für Erdverkabelung ein

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Mehr als 300 Menschen demonstrierten in Colnrade für Erdverkabelung. Archivfoto: dr

Landkreis - Die Region steht zusammen für eine unterirdische 380-kV-Höchstspannungsleitung zwischen Ganderkesee und Diepholz. Am Rande der Landtagssitzung trafen sich unter anderem die Bürgermeister der Samtgemeinden Harpstedt, Barnstorf, Rehden der Gemeinde Ganderkesee mit den heimischen Landtagsabgeordneten Ansgar Focke (CDU), Axel Brammer (SPD), Christian Dürr (FDP) und Joachim Janssen (Grüne) sowie Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne).

Die hauptamtlichen Bürgermeister hatten bereits am 13. April in einem gemeinsamen Schreiben an Wirtschaftsminister Olaf Lies um einen Gesprächstermin in Hannover gebeten. Zuständig ist jedoch das Umweltministerium, das nun das Treffen mit dem Minister ermöglichte.

In der Erörterung mit Wenzel und seinen Fachleuten begrüßten die Kommunalvertreter, dass auf Bundes- und Landesebene die Möglichkeit der Erdverkabelung von Stromtrassen immer mehr Fuß gefasst hat. „Daher würden sich viele Bürger vor Ort vor den Kopf gestoßen fühlen, wenn an der Strecke Ganderkesee-Diepholz nicht alle Erdkabelabschnitte von der Landesbehörde angeordnet würden“, stellten die Bürgermeister fest. Verbindliche Zusagen konnten weder Wenzel noch seine Fachleute an die Bürgermeister geben, da das Verfahren für die Stromtrasse noch läuft. Die Kommunen machten aber ganz klar ihre Erwartungen deutlich, dass es ein „riesiger Fehlschlag“ wäre, wenn es bei der von Betreiber Tennet favorisierten „Antragstrasse“ mit einer Erdkabelstrecke lediglich in der Gemeinde Ganderkesee bleiben würde. Vielmehr wäre die Alternativplanung mit Teilverkabelungsabschnitten einigermaßen akzeptabel, wenn auch sie ebenfalls weit entfernt von den ursprünglichen Forderungen der Bürger nach einer kompletten Erdverkabelung sei. „Sie könnte aber zumindest als Teilerfolg akzeptiert werden, vor allem, weil sie zumindest Rücksicht nimmt auf jene Anwohner, die im Außenbereich in weniger als 200 Metern Abstand von der Leitung wohnen und leben“, heißt es in dem Brief an den Minister. „Gleiches gilt für die geschlossene Wohnbebauung mit dem Abstand von 400 Metern zur Trasse. Der Abstand zu Kabelübergangsanlagen sollte möglichst noch größer ausfallen – wie im Bereich Klein Henstedt/Prinzhöfte.“

Als ein Beispiel für die große Betroffenheit der Bevölkerung beim Thema 380-kV-Leitung führte Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse die Bürgeraktion am 31. Mai in Colnrade an. Alleine dort seien zur symbolischen Uhrzeit um „Fünf vor Zwölf“ über 300 Menschen zu einer Menschenkette gegen Freileitung und für Erdverkabelung gekommen.

dr

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