Sicherung und Sanierung haben 24 Millionen Euro gekostet

Still ruht der Abfall – Arbeiten an Deponie vor dem Ende

So sehen 24 Millionen Euro aus: Unter dem Gelände in Bookholzberg lagern 5,5 Millionen Tonnen Deponiabfall, die die Deutsche Bahn für 24 Millionen Euro gesichert und rekultiviert hat. - Fotos: bor

Bookholzberg - Von Ove Bornholt. Die unvorstellbare Menge von 5,5 Millionen Tonnen Abfall – mehrheitlich Schotter und Bauschutt der Deutschen Bahn – lagern in der Deponie Bookholzberg. Das Grundwasser ist durch Schadstoffe belastet. Der Konzert hat die 1990 stillgelegte Anlage seit 2010 für 24 Millionen Euro saniert und rekultiviert. Die Arbeiten werden zum Jahresende abgeschlossen sein. Am Donnerstag zogen Firmenvertreter und Gemeinde eine Bilanz.

Oberflächlich betrachtet ist von den Millionensummen, die in Bookholzberg verbaut sind, wenig zu sehen. Viele insgesamt sechs Kilometer lange Wälle, auf denen Sträucher wachsen sollen, und einige Wege verlaufen sich auf dem 33 Hektar großen Gelände im Osten von Bookholzberg. Unter der Erdschicht verbergen sich jedoch mehrere Schichten, die den Austritt von Schadsstoffen verhindern sollen.

Den Anfang macht – von unten gesehen – natürlich der Abfall selbst. Schotter, Karbidschlamm, Schlacke, Haushaltsmüll, Sand und noch einiges mehr liegen in der Deponie. Dort lagerte die Bahn von 1951 bis 1990 zum Beispiel das, was bei Gleisbauarbeiten übrig blieb. Hinzu kam das, was Bewohner der Gemeinde Ganderkesee loswerden wollten.

Über dieser riesigen, Millionen Tonnen schweren Masse befindet sich eine Gasdrainage. Sie dient dazu, austretende Gemische kontrolliert entlüften zu können. Sonst könnte sich eine Gasblase bilden.

Darüber liegt die für die Dichtigkeit entscheidende Schicht: eine 2,5 Millimeter dicke Kunststofffolie, die für die kommenden 100 Jahre verhindern soll, dass Flüssigkeiten ausgewaschen werden und das Grundwasser weiter belasten.

Bäume sollen besser nicht dort wachsen

Erst einmal galt es für die Bahn im Jahr 2010, den neun Hektar großen Pappelwald auf dem Gelände abzuholzen. Um das zu kompensieren, musste der Konzern die Wälle für die Hecken aufschütten. Es wird noch drei bis vier Jahre dauern, bis alles bewachsen ist. Bäume, selbst Flachwurzler, sollten besser nicht dort wachsen, da sie die Dichtungsfolie eventuell beschädigen könnten.

Das soll an technischen Details genügen. Die Bahn hat allein fünf Jahre – 2005 bis 2010 – geplant, bis die Bauarbeiten los gehen konnten. Aber es kommen noch ein paar Zahlen, die verdeutlichen, was für eine Belastung die sechsjährigen Bauarbeiten für die Bevölkerung war: In Hochzeiten beförderten Lastwagen 6.000 Tonnen Erde pro Tag (!) zur Baustelle. Das sind mehrere Hundert Fahrten. Auf dem Deponiegelände standen die Lkw dann allerdings oft genug eine Weile herum, denn sie konnten ihr Material nicht immer sofort abladen. Die Trucker fuhren außer an Feiertagen jahrelang von Januar bis Dezember und brachten rund eine Million Tonnen Erde. Der größte Teil war Aushub von anderen Baustellen in der Gemeinde.

Bahn überwacht das Gelände

Weder diese Unannehmlichkeiten noch die Beschwerden der Anwohner kehrte die Projektverantwortliche der Bahn, Sandra Berner, während des Pressegesprächs am Mittwoch unter den Teppich.

Dafür zollte ihr Ganderkesees Bürgermeisterin Alice Gerken Respekt. Allerdings wollte die Verwaltungschefin nicht so ganz in das Loblied von Berner einstimmen. „Es zog sich sehr, sehr, sehr lange hin, bis klar war, welche Behörde zuständig ist“, erinnerte sie.

Die Bahn überwacht das Gelände für fünf bis sechs Jahr. Auch der Schadstoffanteil im Grundwasser wird regelmäßig gemessen. Was dann kommt, steht noch in den Sternen. In der Schublade liegen Pläne vom Golfplatz über eine Rodelbahn im Winter und Weideflächen für Schafe bis hin zu einer Aussichtsplattform. Aber bis es zur Umsetzung kommt, gehen noch ein paar Jahre ins Land.

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