Steter Tropfen für das Kinderwohl

Terre des hommes-Gruppe setzt sich für Kinder ein

Die Terre des hommes-Gruppe Ganderkesee-Delmenhorst.
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Die Terre des hommes-Gruppe Ganderkesee-Delmenhorst (v.l.): Regina und Daniel Hewer sowie Barbara Wessels. Nicht auf dem Bild sind Kerstin Elbing und Lore Giesen-Wiche.

Ganderkesee – Nur fünf Menschen engagieren sich bei Terre des hommes in Ganderkesee und Delmenhorst für das weltweite Kinderwohl. Ein Kampf gegen Windmühlen? „Nein“, versichert Regina Hewer von der Arbeitsgruppe. „Wir leisten einen kleinen Beitrag. Wir sind ein Mosaikstein, ein Tropfen. Nicht der Tropfen auf dem heißen Stein. Vielmehr ergeben viele Tropfen ein Meer.“

Terre des hommes – es bedeutet „Erde der Menschlichkeit“ – ist ein entwicklungspolitisches Kinderhilfswerk und unabhängig von Staat, Kirche sowie von Parteien.

Seit 17 Jahren organisiert das Quintett – bestehend aus Regina Hewer, ihrem Mann Daniel Hewer, Barbara Wessels, Kerstin Elbing und Lore Giesen-Wiche – für Terre des hommes Aktionen und Veranstaltungen. Gespendet hatten sie schon zuvor unzählige Jahre. „Seit unserer Studentenzeit. Mit Erreichen unseres Ruhestandes wollten wir aktiv etwas Gutes tun“, erzählt Regina Hewer. Sie ist zudem die stellvertretende Vorsitzende des Präsidiums von Terre des hommes Deutschland. Ihr Mann Daniel ist Regionalkoordinator für Norddeutschland bei dem Kinderhilfswerk tätig.

Jedes Jahr organisiert die Gruppe die Aktion „Straßenkind für einen Tag“

Zunächst engagierten sich die Fünf als informelle Gruppe. Im Jahr 2008 gründeten sie dann ganz offiziell die Terre des hommes-Gruppe Ganderkesee-Delmenhorst. Die ist unter anderem regelmäßig mit Informationsständen auf Märkten unterwegs, hält Vorträge und bietet Unterrichtseinheiten in Schulen an. Jedes Jahr organisiert die Gruppe zudem immer am Tag der Kinderrechte die Aktion „Straßenkind für einen Tag“. Regelmäßig geht Barbara Wessels, die sich ebenfalls in der evangelischen Kirche engagiert, an diesem Tag mit Konfirmanden in Ganderkesee auf die Straße. Als sie noch im Schuldienst tätig war, hat sie diese Aktion mit Schulklassen gemacht. In den Vorbereitungsstunden auf die Aktion habe sie den Kindern zunächst zeigen müssen, wie sie Schuhe putzen, berichtet Wessels. Die Jugendlichen schlüpfen dann für einige Stunden in die Rolle eines Kindes, das auf der Straße zum Beispiel mit dem Putzen von Schuhen oder Autoscheiben seinen Lebensunterhalt verdienen muss. „Die jungen Menschen erfahren am eigenen Leib, wie es ist, auf der Straße zu stehen und Leute anzusprechen“, erklärt Wessels. Noch Jahre später werde sie von ehemaligen Schülern auf diese Erfahrungen angesprochen. „Für die Jugendlichen ist es wichtig, so etwas selbst zu erfahren und zu begreifen.“

Als sie mit Schülern einmal eine Reportage über Kinder gesehen hat, die den ganzen Tag Ziegel auf dem Kopf tragen mussten, hat die Klasse selbst eine Tasche mit Steinen gefüllt und sich dieses Gewicht kurz auf den Kopf gesetzt, um die Belastung besser nachvollziehen zu können. Auch Tüten aus alten Zeitungen hätten die Mädchen und Jungen schon im Unterricht geklebt. „In Indien ist das eine verbreitete Kinderarbeit“, erklärt Wessels.

Eigeninitiative und Selbstständigkeit haben äußerst großen Stellenwert

Grundsätzlich sei es der Hilfsorganisation wichtig, Kinder und Jugendliche in die Lage zu versetzen, dass sie sich für ihre Rechte einsetzen, verdeutlicht Regina Hewer. Eigeninitiative und Selbstständigkeit hätten bei der Arbeit von Terre des hommes einen äußerst großen Stellenwert. „Wir arbeiten mit Partnern und Bürgerinitiativen vor Ort und zeigen ihnen, wie sie ohne uns auskommen“, erklärt Daniel Hewer das Prinzip des Kinderhilfswerkes. In unterentwickelten Ländern könne ein Kind schon im Alter von vier Jahren seinen eigenen Lebensunterhalt verdienen. „Deshalb ist es entscheidend, den Eltern Alternativen aufzuzeigen“, verdeutlicht Hewer. Nur auf diese Weise könne ein nachhaltiger Wandel entstehen. Er erklärt das an einem Beispiel aus Indien. Dort hätten Projektpartner des Kinderhilfswerkes eine Schule eingerichtet, in der die Kinder versorgt werden. So wären sie keine finanzielle Belastung für die Eltern und erhielten zudem eine Ausbildung, die ihnen später ein Einkommen sichern würden.

Die Strategie funktioniert. „Terre des hommes hat in den vergangenen 50 Jahren seit seiner Gründung 15 Millionen Kindern geholfen. Das ist eine Hausnummer“, berichtet Regina Hewer. Weltweit sei die Zahl der arbeitenden Mädchen und Jungen rückläufig. „Auch dazu haben wir unseren Teil beigetragen“, ergänzt Wessels. Ein großer Erfolg sei auch die internationale Kampagne für ein Kinderrecht auf eine gesunde Ernährung, die in diesem Monat endet. „140 000 Unterschriften hat Terre des hommes gesammelt. Von der UN Kinderrechtskonvention haben wir nun den Auftrag bekommen, ein Zusatzprotokoll zu erstellen“, erläutert Regina Hewer mit Stolz. „Das zeigt, dass wir bei diesem Thema führend sind.“ Ans Aufhören denken die fünf Mitglieder, die sich ausnahmslos im Rentenalter befinden, deshalb derzeit noch nicht. Dennoch wünschen sie sich Verstärkung, vor allem durch jüngere Menschen, die ihre Arbeit langfristig weiterführen.

KONTAKT

Interessierte erreichen die Gruppe per E-Mail an delmenhorst-ganderkesee@tdh-ag.de oder Regina Hewer telefonisch unter 04221/52086. Weitere Informationen hat zudem der Internetauftritt der Gruppe unter www.tdh-ag.de/delmenhorst-ganderkesee.

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