Vor 25 Jahren wurde das Ganderkeseer Rathaus eingeweiht

„Hier schlägt das Herz der Gemeinde“

Luftaufnahme: Das Rathaus der Gemeinde Ganderkesee.
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Das Rathaus der Gemeinde Ganderkesee.

Ganderkesee – Auch nach einem Vierteljahrhundert wird es für viele Bürger weiterhin das „neue“ Ganderkeseer Rathaus bleiben: Jedoch existiert der moderne Gebäudekomplex an der Mühlenstraße in dem Ganterort im August bereits seit 25 Jahren. Damals wurde das Ensemble, das neben der Verwaltung auch die Polizeistation und ein Backwarengeschäft umfasst, vom niedersächsischen Innenminister Gerhard Glogowski bei hochsommerlichen Temperaturen im prall gefüllten Sitzungssaal eingeweiht, wie die Gemeindeverwaltung berichtet.

„Einen derart feierlichen Rahmen wird es zum Jubiläum pandemiebedingt leider nicht geben können“, bedauert Bürgermeisterin Alice Gerken in dem Schreiben. „Aber ganz wollten wir über dieses Datum dennoch nicht hinweggehen. Unser Rathaus ist nämlich viel mehr als bloß ein Arbeitsplatz, zu dem wir jeden Morgen gehen.“ Neben Bürgerservice und Kommunalpolitik stehe das Rathaus längst auch für viel beachtete Konzerte und andere Kulturveranstaltungen, so Gerken. „Hier schlägt das Herz der Gemeinde.“

Anlässlich des Jubiläums werden nach und nach vier Kurzfilme auf dem Youtube-Kanal der Gemeinde eingestellt. Der erste zeigt die Entstehungsgeschichte und den Bau des Rathauses bis zur Eröffnung. „Dafür konnten wir auf zahlreiche Archivfotos zurückgreifen, aber auch auf die Erfahrungen von Kolleginnen und Kollegen, die damals bereits den Umzug bewerkstelligt haben“, erklärt Gemeindesprecher Hauke Gruhn, der für die Umsetzung verantwortlich zeichnet. „Beim zweiten Film haben wir hinter die Kulissen des Rathauses geguckt – auch an Orte, die sonst komplett verborgen bleiben.“ Der dritte Clip widmet sich der Polizeistation Ganderkesee im Nordflügel des Gebäudes. „Hier durften wir auch einen Blick in die Zellen werfen, was sonst fast ausschließlich angetrunkenen Faschingsjüngern vergönnt ist“, so Gruhn. Im vierten Teil werde der Fokus auf die Serviceleistungen und die zunehmende Digitalisierung im Rathaus gelegt.

Versteckte Finten eingebaut

Eines aber hätten alle vier Videos gemein, warnt Gruhn: „Aufmerksames Zuschauen ist unbedingt erforderlich. Neben korrekt recherchierten Fakten wurde in jeden Film auch eine Finte eingebaut. Wer sie nicht sofort entdeckt, kann die Auflösung auf der Internetseite der Gemeinde finden.“ Denn sicherlich weiß nicht jeder auf Anhieb zu sagen, ob es tatsächlich zwei Fluchttunnel unter dem Rathaus gibt, oder ob das Gebäude wirklich mit beheizbaren Regenrinnen ausgestattet ist.

Unbestritten sind jedoch einige Daten, die Gruhn zu dem Rathaus zusammengetragen hat: So bietet das Gebäude 3 633 Quadratmeter Nutzfläche, davon stehen 2 223 Quadratmeter für insgesamt 106 Büros zur Verfügung. Hinzu kommen 71 sonstige Räume sowie Flure, die sich zusammen über eine Fläche von 448 Meter hinziehen mit insgesamt 210 Treppenstufen und 262 Fenstern. Unter dem Verwaltungssitz befindet sich ein Keller von 1 560 Quadratmetern, rund zwei Drittel werden als Tiefgarage genutzt. Der höchste Punkt des Rathaus-Komplexes ist 14,35 Meter vom Erdboden entfernt.

Späteres Büro gleich „mitgeplant“

In den kurzen und informativen Videoclips hat Gruhn einige interessante historische Aufnahmen zusammengetragen: Etwa die einer jungen Fachdienstleiterin Alice Gerken, die – ohne es damals zu ahnen – ihr späteres Bürgermeisterinnen-Büro plant. Nicht jedem dürfte heute noch geläufig sein, dass die Verwaltung vor dem Neubau mit insgesamt sieben Gebäuden über den gesamten Ort verteilt war. Bürger – aber auch Verwaltungsmitarbeiter – mussten deswegen immer wieder durch Ganderkesee irren. Auch einige, heute sicherlich vergessene Fakten hat Gruhn zutage gefördert: Etwa, dass Bürger sich erfolgreich für die Linden vor dem Rathaus eingesetzt haben. Da nicht klar war, ob die Bäume die Bauarbeiten überstehen oder gar gefällt werden mussten, war geplant, an der Stelle vor dem Rathaus eine Stele aus portugiesischem Granit zu errichten.

Die vierteilige Video-Zeitreise ist auf dem Youtube-Kanal der Gemeinde zu sehen.

Fachdienstleiterin Gerken plant das Gebäude mit - und so, ohne es zu ahnen, ihr späteres Bürgermeisterinnenbüro.
Das alte Standesamt der Gemeinde in der Straße „Am Knick“ in Ganderkesee.
Protest gegen geplante Fällungen: „Lasst der Linde ihre Rinde.“
Der damalige Niedersächsische Innenminister Gerhard Glogowski bei der Einweihung.

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