WLO sieht in dem Ganderkeseer Unternehmen „Ascora“ ein positives Beispiel

Wenn sich die Firma bei Arbeitnehmern bewirbt

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Stellten der WLO das Unternehmen „Ascora“ vor: Sven Abels (rechts) und sein Mitarbeiter Marcel Gabor.

Ganderkesee/Landkreis - Von Karsten Tenbrink. Wer sich auf der Internetseite der Firma „Ascora“ nach einem Job umschaut, wird regelrecht umgarnt: Das mittelständische IT-Unternehmen mit Sitz in Ganderkesee listet dort zehn Punkte auf, die „Ascora“ als attraktiven Arbeitgeber darstellen. Geschäftsführer Sven Abels hat erkannt: Um qualifizierte Kräfte für seine Firma zu gewinnen und diese auch dauerhaft zu halten, muss er ihnen etwas bieten.

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Landkreis Oldenburg (WLO) sieht in dem Unternehmen ein positives Beispiel. „Wir stellen regelmäßig Firmen vor, die Besonderes tun für ihre Mitarbeiter, um anderen Arbeitgebern Anregungen zu liefern“, erläuterte WLO-Geschäftsführer Hans-Werner Aschoff den Grund dafür, dass er und seine Kollegin Margret Teichwart dem IT-Spezialisten in Ganderkesee am Dienstag einen Besuch abstatteten. In Zeiten des demografischen Wandels und des Nachwuchsmangels stünden Firmen immer häufiger vor der Frage, wie sie Fachkräfte finden und an sich binden könnten. „Attraktivitätssteigerung durch Wertschätzung“ – so lautet nach Auffassung der WLO der richtige Ansatz. Arbeitgeber müssten begreifen, dass Mitarbeiter eigentlich „kein Fall mehr für die Personal-, sondern für die Marketing-Abteilung“ seien. Schließlich sei es gleichermaßen wichtig, nicht nur Kunden, sondern auch potenzielle Arbeitskräfte auf sich aufmerksam zu machen.

Abels scheint genau das verstanden zu haben. 2007 gründete er seine Firma mit einem Partner in Oldenburg, 2011 zog das Unternehmen mit bereits acht Mitarbeitern nach Ganderkesee. Seitdem hat sich die Zahl der Angestellten vervierfacht. Dass er die richtigen Leute für sein wachsendes IT-Unternehmen gefunden hat, leigt Abels zufolge auch an einer weiteren Veränderung, die auf das Jahr 2011 zurückgeht: Die Firma richtete für seine Jobangebote eine eigene Rubrik auf der Homepage ein. „Das hat eine Menge gebracht“, sagt der Geschäftsführer. Und die Seite wurde weiterentwickelt, zum Beispiel Fotos vom Arbeitsumfeld hinzugefügt. Genau das ist auch eines der zehn Faktoren, mit denen die Firma bei potenziellen Mitarbeitern punkten möchte. Hinzu kommen Aspekte wie Weiterbildung, eine betriebliche Altersvorsorge und ein Zuschuss fürs Fitnessstudio.

„Besonders lobenswert“ findet Aschoff jedoch die Freiheiten, die Mitarbeitern gewährt werden – allen voran die Möglichkeit, beim Experimetieren mit Ideen auch Fehler machen zu dürfen. „Das fehlt bei vielen anderen“, so der WLO-Chef. Doch auch bei der Einrichtung des Arbeitsplatzes werde den Kollegen möglichst wenig vorgegeben, angefangen bei der technischen Ausstattung bis hin zum Bürostuhl. Die Idee für dieses Konzept kam Abels durch eine recht simple Überlegung: „Ich habe mich gefragt: Wie würde ich selbst gern arbeiten?“, sagt er.

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