Beamten bitten Bürger um Hilfe

Schlägerei in Hoykenkamp: Polizei bildet Ermittlungsgruppe

Hoykenkamp - Die Auseinandersetzungen mehrerer junger Männer untereinander und mit der Polizei am Himmelfahrtstag in Hoykenkamp haben ein Nachspiel: Zum einen haben die Beamten die Ermittlungsgruppe „Vatertag 2018“ gegründet, um die Kriminellen zu identifizieren. Zum anderen haben sich Polizisten, Gemeindeverwaltung und der Betreiber des betroffenen Lokals zusammengesetzt, um zu verhindern, dass es erneut zu einer Eskalation kommt.

Polizei und Gastwirt berichteten am Dienstag im Ganderkeseer Rathaus jeweils aus ihrer Sicht von den Ereignissen im Bereich vor dem Betrieb „Zum Grünen Hof“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von Polizei und Kommune. Alle Anwesenden seien über das aggressive und polizeifeindliche Verhalten der Beteiligten erschrocken, es sei inakzeptabel und zu verurteilen. Dies betreffe insbesondere auch die Behinderung des Rettungsdienstes.

Die am Montag gegründete Ermittlungsgruppe bittet die Bürger um Hilfe. „Jeder, der vor Ort Bildmaterial in Form von Fotos und Videos gefertigt oder zugesandt bekommen hat, konkrete Hinweise auf Verbreitung von Datenmaterial im Internet geben oder beteiligte Personen benennen kann, wird gebeten, sich mit der Ermittlungsgruppe ,Vatertag 2018‘ unter der Telefonnummer 04221/15590 in Verbindung zu setzen“, teilte die Polizei mit.

Sobald die Ermittlungsgruppe die Geschehnisse aufgearbeitet hat, soll es ein weiteres Treffen geben. Dann ist geplant, auf Basis von detaillierteren Erkenntnissen – insbesondere über den Kreis der Beteiligten – ein Konzept zu erarbeiten, um ähnliche Vorkommnisse bei Feierlichkeiten mit größeren Besucherzahlen wie „Tanz in den Mai“ oder „Vatertag“ in Hoykenkamp und anderswo möglichst zu verhindern.

Das Überlassen einer freien Fläche für alle, die außerhalb von Gaststätten „feiern“ wollen, sei dabei keine Option, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung weiter. Das würde lediglich eine Verlagerung des Problems bedeuten und sei auch gesellschaftspolitisch ein völlig falsches Zeichen. Im Rahmen eines Maßnahmenplanes ist hingegen angedacht, dass das Hausrecht für bestimmte private Bereiche wie den Parkplatz vor der Gaststätte auf die Polizei übertragen wird. Auch eine Videoüberwachung und ordnungsrechtliche Auflagen bei größeren Veranstaltungen sind in der Diskussion. 

„Ziel ist es, früher eingreifen zu können und nicht erst, wenn Streitigkeiten eskalieren“, ist in der Mitteilung zu lesen. Welche Schritte konkret erfolgen, soll bei einem weiteren Treffen des „Behördentischs“, der um einen Vertreter des Landkreises und möglicherweise einen weiteren Gastwirt erweitert wird, besprochen werden. - bor

Rubriklistenbild: © Richter

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