Respekttraining mit Spiel und Spaß

Verhaltenscoach stärkt das Selbstbewusstsein von Kindern

Oliver Henneke erklärt Kindern die Regeln eines Spiels.
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Vor jedem Spiel erklärt Oliver Henneke die Regeln.

„Eiszeit“, ruft Oliver Henneke und schlägt dabei auf seine Trommel. Alle Kinder in der Turnhalle verharren in ihren Bewegungen. „Diejenigen, die keinen Ball in der Hand halten, suchen sich jetzt einen neuen Partner. Aber vergesst vorher nicht, ihn zu fragen, ob er das auch will.“ Wieder ein Trommelschlag und die Schüler rennen auseinander.

Ganderkesee – Es ist nur ein Spiel, das Henneke vom Verein „!Respect“ für sein Verhaltenscoaching für ein respektvolles Miteinander an der Grundschule Lange Straße in Ganderkesee vorbereitet hat. Spielend sollen die Kinder lernen, sich selbst zu behaupten.

„Die Kernfrage des Trainings ist: Wie gehe ich mit einem Konflikt um?“, erzählt Henneke, der in seinem Kurs alle zwölf Klassen der Grundschule für sechs Tage betreut. Für die Erstklässler ist die Veranstaltung neu. Die Zweit- bis Viertklässler kennen das Coaching schon. „Die Älteren bekommen eine Auffrischung des Sozialtrainings.“ Während die ersten Klassen drei Doppelstunden mit Henneke verbringen, wird den Älteren in zwei Stunden das respektvolle Miteinander ins Gedächtnis gerufen.

Das Programm ist besonders darauf ausgelegt, die sozialen Fähigkeiten der Grundschüler zu stärken.

Oliver Henneke

„Das Programm ist besonders darauf ausgelegt, die sozialen Fähigkeiten der Grundschüler zu stärken“, berichtet der Kursleiter. Gerade während der Pandemie sei dies wichtig. „Viele hatten kaum Kontakt zu Gleichaltrigen“, erklärt er. Im Basisprogramm, das die Erstklässler durchlaufen, geht es um die Teamfähigkeit, die Kommunikation und das Gemeinschaftsgefühl. „Jeder soll mit jedem arbeiten können. Das Leben ist geprägt von Konflikten, sie zu lösen ist die Kunst.“ Wobei die Probleme in einer Grundschule eher auf dem Schulhof aus dem Spiel heraus passieren. „Deshalb sollen die Kinder auch spielerisch lernen. Gerade zurückhaltende Jungen und Mädchen profitieren enorm davon“, so der Coach. „Die Kinder berühren einander, gehen aufeinander zu und schauen sich bewusst lang in die Augen.“

Spielerisch lernen die Kinder den respektvollen Umgang miteinander.

Henneke, der bereits seit 13 Jahren Schüler in Selbstbewusstseinskursen betreut, achtet besonders darauf, möglichst viel in Bildern zu sprechen. „Ich sage zum Beispiel, dass wir stark und mutig sprechen müssen, anstatt von Selbstbewusstsein zu reden. Dazu stellen wir uns gerade hin, als würden wir den Reißverschluss einer Jacke zu machen wollen. Zudem sollen die Grundschüler lernen, Blickkontakt zu halten. Einen ,Laserblick’, quasi.“

Da Henneke schon so lange mit den Kindern arbeitet, freuen sie sich immer besonders auf ihn: „Wenn er auf den Parkplatz fährt, wird ihm schon zugerufen“, erzählt Astrid Pape-Westermann, Projektkoordinatorin und Lehrerin. Jedes Jahr im Herbst komme der Coach in die Schule. „Und es ist toll, denn man kann sehen, dass das Training etwas bewirkt. Die etwas Älteren haben den Kurs verinnerlicht und erzählen Henneke, dass sie vieles schon aus den vergangenen Jahren wüssten.“ Das kann auch der Kursleiter bestätigen: „Wenn man schon so lange zusammenarbeitet, dann ist der Effekt wirklich spürbar. Manchmal komme ich hier her und die Kinder erklären mir die Regeln, die ich ihnen vor Jahren beigebracht habe.“

Dass die Kinder auch selbstständig Lösungen für kleinere Probleme finden, sei auch wichtig für die Lernatmosphäre. „Es ist ein anderes Miteinander. Ein anderer Umgang. Trotzdem unterstützen wir die Schüler natürlich, wenn es Probleme gibt. Aber wir bestärken sie eben auch, sich selbst zu behaupten“, so Pape-Westermann.

Gefördert wird der Verein durch die Stiftung der Sparda-Bank Hannover, durch lokale Unternehmen sowie durch freiwillige Elternbeiträge. „!Respect“ ist an 40 niedersächsischen und an knapp 100 bundesweiten Schulen aktiv.

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