Nitratwerte im Wasser sorgen für Diskussion

Landwirte sehen sich verunglimpft

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Hohe Nitratwerte im Grundwasser werden auf die übermäßige Düngung der Felder zurückgeführt. Die Landwirtschaft fordert eine sachliche Diskussion.

Ganderkesee - Der Verein VSR-Gewässerschutz hat in Ganderkesee Wasserproben analysiert und darin zum Teil „viel zu hohe Nitratwerte“ festgestellt. Als Ursache nannte Harald Gülzow, der mit dem mobilen Labor des Vereins vor Ort war, die Verwendung von zu viel Düngemitteln auf den Feldern. Das Echo der Landwirte ließ nicht lange auf sich warten: Von einer „vernichtenden pauschalen Verunglimpfung“ sprach am Freitag das Landvolk aus Ganderkesee und Hude in einer Pressemitteilung. „Das ärgert uns und trägt nicht gerade zu einer sachlichen Diskussion bei.“

Gülzow hatte Wasser aus mehr als 40 privat genutzten Brunnen in der Gemeinde Ganderkesee analysiert. Interessierte konnten die Proben bei ihm abgeben und untersuchen lassen. In mehr als einem Drittel der Fälle lag Gülzows Angaben zufolge die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter. Den höchsten Wert lieferte die Probe aus einem Brunnen in Hengsterholz mit 205 Milligramm pro Liter. Die Vergleichszahlen aus dem Jahr 2012 zeigten, dass sich die Situation tendeziell verschlechtert habe, so der Physiker.

Das Landvolk kritisiert dieses Vorgehen: Es gebe überhaupt keine nachvollziehbaren Angaben über die genaue Herkunft der Wasserproben. Insofern sei die Behauptung, dass die Landwirtschaft maßgeblich Schuld an den Belastungen sei, „sehr weit hergeholt“. Schließlich stammten die Wasserproben auch aus privaten Bohrbrunnen mitten in Ganderkesee. Ein Einfluss durch gedüngte Felder könne dabei nicht automatisch unterstellt werden.

„Wir alle wollen sauberes Grundwasser und sind uns des hohen Anspruchs der Gesellschaft und insofern unserer eigenen Verantwortung bewusst“, teilten die Ortslandvolkvertreter mit. Gleichwohl erwarten sie „eine sachlich fundierte Diskussion über die Ursachen“, bei der alle Aspekte auf den Prüfstand kommen – also nicht nur die Anwendung von Düngemitteln der Landwirtschaft, sondern auch die des privaten Gartenbesitzers oder von Gewerbe und Industrie. „Pauschal verunglimpfende Aussagen zu Lasten einer Berufsgruppe“ seien unredlich.

Eine bessere Grundlage für die Ursachenforschung der zu hohen Nitratwerte würden die vom Landkreis Oldenburg initiierten Wasseruntersuchungen liefern. Auch die vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) vor einiger Zeit herausgegebenen Untersuchungen seien aussagefähig.

Im Rahmen der Angebote zum allgemeinen Grundwasserschutz nach der Wasserrahmenrichtlinie ließen sich viele Landwirte bei der Bewirtschaftung ihrer Flächen beraten und setzten gerade in den Trinkwassereinzugsbereichen weniger Düngemittel ein.

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