Zugausfälle und Ersatzverkehr sollen Ende April Geschichte sein

Nordwestbahn: Neue Lokführer sollen Mangel beseitigen

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Warnsignale hat die Nordwestbahn in diesem Jahr mehrere erhalten. 2020 sollen die Züge zuverlässiger und pünktlicher werden, verspricht das Unternehmen.

Landkreis Oldenburg – Ende April kommenden Jahres soll es vorbei sein mit dem Schienenersatzverkehr und den ausfallenden Zügen im Landkreis Oldenburg. Das verspricht die Nordwestbahn (NWB). Dann soll etwa die RB 58, die seit September am Wochenende zwischen Bremen und Delmenhorst komplett ausfällt, wieder planmäßig verkehren. Auch in Fahrtrichtung Oldenburg soll die Lage besser werden. Eine Situation wie in diesem Jahr soll nicht noch einmal entstehen, sagt Steffen Högemann, NWB-Pressesprecher. „Wir hatten nicht mal genug Leute, um alle regulären Dienste zu vergeben.“

Und wie? „Wir werden mehr Triebfahrzeugführer haben als wir je hatten“, konkretisiert der Sprecher seine Antwort auf die Frage, wie das Unternehmen künftig für zuverlässige Verbindungen sorgen will. 120 zusätzliche Personen habe die NWB für den Job gewinnen können, viele davon bildet sie selbst aus. Denn: „Fertige Lokführer findet man nicht mehr“, sagt Högemann. Zehn Monate lang dauert die Ausbildung für Quereinsteiger bei dem Verkehrsunternehmen. „Bis wir die Anzahl haben, die die Branche braucht, ist es noch ein weiter Weg.“ So lange bemühe sich die NWB darum, kontinuierlich weiter nach Personal zu suchen und so den Puffer auszubauen, den sie Ende April erstmals sicher erreicht haben will.

Auf den vier Linien, die das Unternehmen im Weser-Ems-Gebiet betreut, gelten seit Sonntag bis Ende April neue Fahrpläne. Detailliert sind darin „Personalbedingte Ersatzkonzepte an den Wochenenden“ sowie Zugausfälle und geplante Bauarbeiten festgehalten.

Für mehr Personal zu sorgen, sei das, was die NWB leisten könne, erläutert Högemann. Doch damit allein könne das Unternehmen nicht dafür garantieren, dass die derzeitige durchschnittliche Pünktlichkeitsquote von gut 70 Prozent steige. Denn für die Infrastruktur, also den Zustand und die Anzahl der Gleise und Weichen, sei die Deutsche Bahn zuständig. Dabei zöge ein Problem das nächste nach sich: Eine Störung, die eigentlich nur einen Zug betreffe, werde durch die Eingleisigkeit auf die Folgezüge übertragen. „Ja, es gibt Baustellen bei uns, aber es gibt auch Dinge, die können wir nicht ändern“, sagt Högemann.

Der neue Fahrplan soll nur kurze Gültigkeit haben.

Beim Krisengipfel in Wilhelmshaven am vergangenen Mittwoch hatte das Unternehmen deutlichen Druck von Kommunalvertretern sowie vom Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade bekommen. Sie drohten mit einer zweiten Abmahnung an den Konzern Transdev, zu dem die NWB gehört. Sprecher Högemann glaubt nicht an eine einfache Lösung: „Man macht einmal Druck auf die NWB, und dann soll das Schienenkonzept wieder heile sein – so geht es nicht.“

Betroffene Züge

RE 18 Süd: Zwischen Oldenburg und Cloppenburg fällt jeweils in der Nacht zu Sonntag der Zug um 0.04 Uhr aus, ersatzweise verkehrt ein Bus.

RE 18 Nord/19: Fahrten zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven sind samstags und sonntags vom Lokführermangel betroffen: Ab Wilhelmshaven verkehrt ein Schienenersatzverkehr um 9.41 sowie um 17.41 Uhr, in die Gegenrichtung um 17.03 und 21.03 Uhr.

RB 58: Von Samstag auf Sonntag fällt der Zug ab 0.35 Uhr von Delmenhorst nach Lohne aus und wird durch einen Bus ersetzt. Zudem bleibt der Ausfall der RB 58 zwischen Delmenhorst und Bremen sowie andersherum bestehen.

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