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„Don Gantero“: Nachmieter springen ab

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Von: Gero Franitza

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Außenaufnahme eines Hauses, das sich in Sanierung befindet.
Schicksal ungewiss: Die Sanierungsarbeiten sind im Gange, doch es fehlt ein Mieter für das Restaurants. © Franitza

Ganderkesee – Für das zurzeit in Sanierung befindliche ehemalige Bahnhofsgebäude in Ganderkesee muss eine neue gastronomische Lösung gefunden werden: „Der bisherige Interessent, das Ehepaar Heike und Ulf Thiemann, hat der Gemeindeverwaltung mitgeteilt, vom geplanten Vorhaben eines Braugasthauses in dem Gebäude Abstand zu nehmen“, teilte die Gemeinde jetzt mit.

Bei dem Gebäude handelt es sich um das bei einem Brandanschlag im Oktober 2020 schwer beschädigte ehemalige „Don Gantero“ an der Wittekindstraße. Die umfangreichen Sanierungsarbeiten waren erst Ende März in Angriff genommen worden (wir berichteten). Die Ganderkeseer Gastwirte hatten geplant, in dem sanierten Gebäude ein Brauhaus zu eröffnen. Das Objekt gehört der Gemeinde Ganderkesee.

„Wir sind nach wie vor überzeugt, dass das Konzept eine Bereicherung für unser Ganderkesee wäre und auch gut angenommen werden würde. Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Der Schritt zur Absage hat uns viele schlaflose Nächte gekostet. Leider ist er jedoch völlig alternativlos“, wird das Ehepaar Thiemann in dem Schreiben zitiert. „Die Kosten für die Umsetzung unserer Ideen sind zu stark angestiegen und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen“, führen sie als Begründung an. Zudem sei es durch die Auswirkungen der langen Corona-Pandemie zunehmend schwieriger geworden, im ländlichen Raum eine ausreichende Anzahl an Mitarbeitern für den gastronomischen Bereich zu finden. „Wir konzentrieren uns auf den Betrieb unseres Akzent Hotels Thiemann mit dem Restaurant ,Zur Jägerklause‘ sowie das bald öffnende Akzent Hotel Hoyerswege“, so Heike und Ulf Thiemann.

Gemeinde zeigt Verständnis

„Die Gemeindeverwaltung arbeitet in enger Abstimmung mit den Ratsfraktionen an einer alternativen Lösung“, kommentiert Ganderkesees Bürgermeister Ralf Wessel die Entscheidung der Gastwirte. Er bedauere, dass die Interessenten ihre Planungen nicht umsetzen werden. „Andererseits habe ich Verständnis für die Unsicherheit in der Branche nach zwei schwierigen Jahren.“ Wessel zeige sich zuversichtlich, dass es eine gute neue Lösung geben werde: „Der Standort ist ideal für Gastronomie. Ich bin sicher: Der frühere Bahnhof wird wieder zu einem Aushängeschild für den Ort werden“, heißt es weiter.

Die Sanierungsarbeiten, deren Kosten nach Angaben der Gemeinde zum Baubeginn durch die Versicherungssumme gesichert sein sollen, ist derweil vorangeschritten: Kürzlich seien die durch den Brand belasteten Materialien und Oberflächen beseitigt worden, berichtet die Gemeinde weiter. Dafür seien unter anderem Wände herausgerissen und alte Gewölbedecken abgetragen worden. Auch der durch Löschwasser stark beschädigte Holzfußboden musste weichen. „Damit ist der erste Schritt der Brandschadensanierung abgeschlossen“, so die Gemeinde in ihrer Mitteilung.

Große Müllsäcke und Holzbretter in einem Gebäude.
Zu Beginn der Baumaßnahme war das Gebäude teilweise entkernt worden. Symbolfoto: fra © Archivfoto: Franitza

Aktuell laufen statische Berechnungen für den Bauantrag. Anschließend werden der Rückbau des alten Dachstuhls, der Aufbau des neuen Dachstuhls sowie die erforderlichen Rohbauarbeiten ausgeschrieben und vergeben. Die Arbeiten sollen voraussichtlich im kommenden Jahr abgeschlossen sein, heißt es abschließend.

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