Barbara Otte-Kinast in Stenum

Ministerin stellt sich knapp 500 Nachwuchsbauern

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Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) kündigte an, den Bauern zuhören zu wollen.

Stenum - Von Ove Bornholt. Als Hubertus Paetow am Montagvormittag beim Junglandwirtetag in Stenum darauf zu sprechen kam, wie erfrischend es „nach dem grünen Intermezzo sein muss, jemanden zu haben, der sich um Ihre Probleme kümmert“, brandete Applaus im großen Saal des Hotels „Backenköhler“ auf. Der Präsident der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft hatte einen Nerv der knapp 500 Jungbauern getroffen. Doch das Grußwort der CDU-Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast zeigte: Auch sie will die Bauern fordern.

Die Christdemokratin, seit November Ministerin und zuvor Vorsitzende der niedersächsischen Landfrauen, bekannte sich zu einer „ressourcenschonenden, gesunden Ernährung“. Otte-Kinast unterstrich, dass „die Zukunft in modernen und von der Gesellschaft akzeptierten Strukturen liegt“. Auf dem Weg dahin werde den Betrieben einiges abverlangen. Dabei gelte es, Bewährtes zu erhalten, aber auch Neues zu wagen.

Damit lag Otte-Kinast auf einer Wellenlänge mit vielen Nachwuchsbauern. Deren Vorsitzender im Landkreis Oldenburg, Dietz Wiechers aus Neerstedt, meinte: „Gerade wir Junglandwirte wollen Fortschritt.“ Das sei ein Unterschied zur vorherigen Generation, die nach dem Motto „Was sich bewährt hat, ist gut“ gehandelt habe. Wiechers begrüßte, dass „Otte-Kinast einen Impuls setzt“. Gleichwohl seien die Erwartungen an die Ministerin sehr hoch. Teilweise werde die Christdemokratin als Messias gehandelt. „Sie hat uns aber gesagt, dass sie Zeit braucht“, so Wiechers. Das hatte Otte-Kinast mit der komplizierten Ministerialbürokratie begründet, die die Politikerin ausgebremst habe.

Zwischen die knapp 500 Junglandwirte hatten sich auch Landvolkvertreter und Politiker gemischt. Der Saal war sehr gut gefüllt.

Für Wiechers war die Debatte mit der CDU-Frau aber trotzdem ein großer Fortschritt – gerade im Vergleich zu ihrem Vorgänger Christian Meyer (Grüne). „Es ist einfach eine ganz andere Diskussionsbasis, weil sie aus der Praxis kommt. Sie erkennt unsere Probleme besser“, so der Neerstedter Junglandwirt, der weiterhin zuversichtlich ist, dass Otte-Kinast „etwas für uns bewegt“.

Wo Problemfelder sind, zeigte der Fachvortrag von Paetow, der Herausforderungen für die Landwirtschaft definierte. Er nannte unter anderem den Stickstoffeintrag ins Grundwasser, Stichwort Nitrat, die Artenvielfalt und Treibhausgasemissionen. Gut laufe es hingegen bei der Steigerung der Produktivität der Flächen und in den Ställen sowie beim Einsatz von Antibiotika.

Der Junglandwirtetag richtete sich an alle niedersächsischen Nachwuchsbauern, die ordentlich vertreten waren. Einzig Albert Schulte to Brinke, Präsident des niedersächsischen Landvolks, fehlte. Er war als Referent eingeplant, steckte aber auf Gran Canaria fest, weil sein Flugzeug wegen technischer Probleme nicht abheben konnte.

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