Aktionsgruppe der Gemeinde Ganderkesee weist auf Schokoladenherstellung hin

Lecker, aber nicht immer fair

Getrocknete Kakaobohnen.
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Schokoladenzutat: Kakaobohnen werden auch mit Kinderarbeit produziert. Symbolfoto: dpa

Ganderkesee – Osterzeit ist Schokoladenzeit: Unzählige Schoko-Eier und Schoko-Osterhasen werden in diesen Tagen traditionell in Geschäften angeboten. Doch der Genuss habe oft „einen bitteren Beigeschmack“, befindet die Gemeinde Ganderkesee, denn die Herstellung der Spezereien sei mitunter mit Kinderarbeit verbunden. Diese indirekt zu unterstützen könne jedoch vermieden werden, so die Gemeindeverwaltung in einem Aufruf – wenn denn die Osterschokolade aus fairem Handel stamme.

Ganderkesee ist seit 2019 „Fairtrade-Gemeinde“ und eine von insgesamt vier im Landkreis Oldenburg (neben Hatten, Hude und Wardenburg).

Die „Fairtrade“-Steuerungsgruppe der Gantergemeinde macht in der Mitteilung darauf aufmerksam, dass der faire Handel – nicht nur für Schokolade – insbesondere für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen von Kakaobauernfamilien sorge. „Rund neun Kilogramm Schokolade isst jeder Deutsche im Durchschnitt pro Jahr. Doch viele machen sich wenig Gedanken darüber, dass gerade im Kakaosektor Kinderarbeit sehr verbreitet ist“, erläutert die Ganderkeseer Gruppe. Diese setzt sich aus Vertretern der Politik, Verwaltung, Gastronomie und Handel sowie engagierten Bürgern zusammen und tagt mindestens einmal im Quartal, war von der Gemeinde auf Nachfrage zu erfahren.

„1,5 Millionen Kinder in Westafrika betroffen“

Zwar habe die „westliche Schokoladenindustrie“ 2001 in einer freiwilligen Selbstverpflichtung angekündigt, Kinderarbeit im Kakaoanbau abzuschaffen beziehungsweise erheblich zu reduzieren. Die Zahl der Kinderarbeiter in den Hauptanbauländern sei in den vergangenen zehn Jahren noch gestiegen, heißt es weiter: Rund 1,5 Millionen Mädchen und Jungen arbeiteten in Westafrika auf Kakaoplantagen, denn die Produzenten verdienten im herkömmlichen Kakaohandel oft so wenig, dass sie erwachsene Arbeitskräfte nicht bezahlen können, sagt die Ganderkeseerin Barbara Wessels, die Mitglied in dem lokalen „Fairtrade“-Gremium ist und sich unter anderem bei der Kinderrechtsorganisation „Terre des hommes“ engagiert. Die von ihr genannten Zahlen gingen auf eine Information des Menschenrechtsnetzwerkes „Inkota“ vom Dezember 2020 zurück, erläutert sie auf Nachfrage.

„Um das Überleben der Familie zu sichern, müssen die Kinder, statt zur Schule zu gehen, auf den Plantagen mitarbeiten“, so Wessels in der Mitteilung weiter. Durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie habe sich die wirtschaftliche Situation der Familien in den westafrikanischen Anbaugebieten weiter verschlechtert. Bessere Chancen hätten Kinder von Kleinbauern in sogenannten Kakaokooperativen, die ihre Waren im fairen Handel zu Preisen über dem Weltmarktniveau vermarkten könnten, schreibt Wessels.

Zahlreiche „faire“ Alternativem

„Wer sich für den Kauf fair gehandelter Produkte entscheidet, investiert in bessere Lebens- und Arbeitsumstände für die Produzenten“, betont Elke Mestemacher vom „Weltladen“ Ganderkesee, ebenfalls Mitglied der „Fairtrade“-Steuerungsgruppe. Zudem sei Schokolade aus dieser Quelle auch meist bio-zertifiziert. „Faire Süßigkeiten gibt es nicht nur im Weltladen und Naturladen, auch Supermärkte und Discounter führen sie“, erklärt Christian Siedenstrang von der „Fairtrade"-Steuerungsgruppe. Fair gehandelte Produkte seien unter anderem an den anerkannten Produktsiegeln wie zum Beispiel „Fairtrade“, „Gepa“ oder „El Puente“ zu erkennen.  fra

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