Informationszentrum Stedingsehre: Förderverein hofft auf Öffnung im September

Aufklärung über die Nazi-Propaganda

Ein Panoramaaufnahme der Freilichtbühne Stedingsehre. Viele Hundert Zuschauer verfolgen eine Aufführung.
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Die „Weihestätte Stedingsehre“ diente der groß angelegten Nazi-Propaganda. Diese und andere Aufnahme von dem Spieldorf in Bookholzberg hat Heinrich Kunst im Jahr 1937 erstellt.

Bookholzberg – Es sollte eine Pilgerstätte für die nationalsozialistischen Massen werden – nun wird es bald ein Ort, an dem über die Lügen, Geschichtsklitterung und Propagandamethoden der Nazis aufgeklärt werden wird: die Freilichtbühne Stedingsehre und das dazugehörige Spieldorf in Bookholzberg. Das gemeindeeigene „Haus 21“ dort wird seit Mitte November saniert, unter anderem mit Mitteln der Kommune und des Landkreises Oldenburg (wir berichteten).

Die Arbeiten stehen nun kurz vor dem Abschluss, wie Dietmar Mietrach, Vorsitzender des Fördervereins „Informationszentrum Freilichtbühne Bookholzberg“, und Vorstandsmitglied Peter Hedemann bei einem kurzen Rundgang am Dienstagnachmittag berichteten. Das Reetdach ist neu gedeckt, im Inneren präsentieren sich die Wände frisch gestrichen, Fußböden sind erneuert, eine behindertengerechten Toilette installiert und Elektroarbeiten erledigt worden. Wenn alles weiter laufe, wie geplant, könne der Verein im September das Informationszentrum eröffnen, so Mietrach.

Die Ausgestaltung der Räume obliege dem Verein. Dort soll Besuchern unter anderem ein kurzer Film gezeigt werden, der in die Materie einführt. Hauptzielgruppe des Vereins seien Jugendliche, wie Mietrach weiter erläuterte. Der Verein stehe in Kontakt mit vielen weiterführenden Schulen, nicht nur aus dem Landkreis, sondern aus dem gesamten Umland. Dazu habe es, unterstützt von der „Oldenburgischen Landschaft“, drei Workshops mit den Bildungseinrichtungen gegeben. Ziel war es, den Lehrstoff zu erarbeiten. „Wir können das nicht selbst machen“, räumte Mietrach ein.

Zusammenarbeit mit Schulen

Doch nicht nur das: Die „Kulturetage Oldenburg“ wolle vor Ort ein Stück inszenieren, in das mehrere Häuser mit einbezogen werden sollen, verriet er. Darin gehe es um den Hintergrund des namengebenden Stückes „De Stedinge“ und „wie die Menschen verführt worden sind“. Im Anschluss sollen die Zuschauer befragt werden. Das Projekt werde vom Land gefördert, was die Bedeutung von Stedingsehre unterstreiche. Die Unterhaltung des insgesamt denkmalgeschützten Dorfes schlage jährlich mit rund 90 000 Euro zu Buche, sagte Mietrach. Das werfe die Frage der Trägerschaft auf. Um das Dorf langfristig zu sichern, sei die Gründung eines Zweckverbandes denkbar, wie er vor Kurzem für das Klosterensemble Hude ins Leben gerufen worden ist. Mitglieder sind dort neben der Eigentümerfamilie die Gemeinde Hude und der Landkreis.

Anlass des Rundgangs war ein Besuch des CDU-Bundestagskandidaten für die Region, Philipp Albrecht, und von Ralf Wessel, der sich für die Partei um den Posten des Bürgermeisters in der Gemeinde Ganderkesee bewirbt. Albrecht zeigte sich von den Plänen des Vereins sowie der Anlage beeindruckt. Dies sei ein „einzigartiges Gelände“, so der Dammer. So er gewählt werde, wolle er den Verein gerne unterstützen. Gerade in der heutigen Zeit sei der Aufklärung über den „Umgang mit Propaganda und historischen Informationen“ wichtig.

Dietmar Mietrach (2.v.r.) mit seinen Gästen von der CDU.
Bald vollständig renoviert: „Haus 21“.

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