Landgericht kann Angaben der Betreiber des Tierheims Bergedorf nicht widerlegen

Katzentötung: Anklage vom Tisch

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Bergedorf - Die Anklage gegen die Betreiber des Tierheims Bergedorf (Gemeinde Ganderkesee) wegen der Tötung von 26 Katzen ist vom Tisch. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautete, dass die Tiere ohne trifftigen Grund umgebracht wurden. Diese Argumentation stützte sich darauf, dass nur das Katzenvirus SIV aber sonst keine Krankheiten dokumentiert waren. Das allein würde allerdings nicht reichen, um die Tiere einzuschläfern.

Nach eingehender Prüfung hat das Landgericht Oldenburg nun festgestellt, dass die Angaben der Betreiber, wonach die Tiere doch noch andere Krankheiten hatten, nicht zu widerlegen sind. Im Klartext: Bloß weil keine anderen Erkrankungen bekannt sind, heißt das nicht, dass es diese nicht gegeben hat. Und im Zweifel hat sich das Gericht zugunsten der Beschuldigten entschieden. Hintergrund ist, dass es keine Dokumentationspflicht für alle Krankheiten bei Katzen gebe, erklärte gestern ein Sprecher des Landgerichts auf Nachfrage unserer Zeitung.

Genau wie die Oldenburger Richter hatte auch schon das zuständige Amtsgericht in Delmenhorst entschieden. Die Staatsanwaltschaft hatte jedoch dagegen Beschwerde eingelegt, weswegen der Umfang der Anklage überprüft werden musste (wir berichteten).

Der zweite Vorwurf der Anklage bleibt allerdings bestehen und wird auch verhandelt. Es geht um das Mittel, um die Tiere zu töten. Da dieses unter das Betäubungsmittelgesetz fällt, ist der Besitz strafbar. Doch weil es sich im vorliegenden Fall um eine kleine Menge handelt, ist hier nur mit einer Geldstrafe zu rechnen. Sobald es sich um eine sogenannte nicht geringe Menge handelt, schreibt das Gesetz eine mindestens einjährige Freiheitsstrafe vor.

Wann das Verfahren eröffnet wird, ist unklar. Die Entscheidung darüber muss das Amtsgericht treffen, das die Akten nun aus Oldenburg zurückerhält.

bor

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