Künstlerin Christiane Heinemann stellt im Alten Rathaus in Ganderkesee aus

Porträts mit Hintergrundgeschichten

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Christiane Heinemann hat schon viele Ausstellungen, unter anderem in Delmenhorst, gestaltet. Nun sind ihre Bilder im Alten Rathaus in Ganderkesee zu sehen.

Ganderkesee - Von Sophie Filipiak. Einfache Porträts sind nicht die Sache von Christiane Heinemann. Sie will lieber die Betrachter ihrer Gemälde einladen, selbst kleine Geschichten zu den Abgebildeteten zu finden. So wie sie, wenn sie sich mit Pinsel bewaffnet ans Werk macht. 29 ihrer Bilder sind nun im Alten Rathaus in Ganderkesee zu sehen.

Der Titel „Kopf und Kragen“ verrät, worauf sich die Besucher einstellen können. „Ihre Bilder bestechen zum einen durch eine große Wirklichkeitsnähe, zum anderen durch einen leichten ironischen Unterton“, erklärt Wiebke Steinmetz vom regioVHS-Team. Sie kennt die Künstlerin aus Ganderkesee schon lange und hat ihre „stete Entwicklung immer verfolgt“. Heinemann arbeitet bevorzugt mit Öl oder Acryl-Farben, die sie unterschiedlich einsetzt. Denn so vielfältig die gezeichneten Gesichter und Körper sind, so unterschiedlich sind die Maltechniken.

Eines ist aber immer gleich: Wie Heinemann ihre Werke beginnt. „Ich male zuallererst die Augen“, erläutert die Künstlerin. „Wenn der Blick da ist, kann ich auch gleich einen Kontakt zu dem Gesicht herstellen.“ Sie male nicht, um der Schönheit willen, sondern um den Betrachter zum Träumen anzuregen. Heinemann war bis 2014 im Schuldienst beschäftigt. Nach ihrer Pensionierung konnte sie sich mehr ihrer Leidenschaft, dem Malen, widmen, der sie seit 15 Jahren frönt. Sie absolvierte zusätzlich eine Spielleiterausbildung für darstellendes Spiel und Theater in Lingen. „Ich habe selbst schon Stücke geschrieben, und daher fällt es mir leicht, mir Geschichten zu den Bildern auszudenken“, so Heinemann. Viel will sie nicht zu diesen Erzählungen berichten, denn jeder Besucher soll selbst die Story entdecken.

So wie beim Bild „Grenouille“ (zu deutsch: „Der Frosch“): Darauf zu sehen ist eine junge Frau – ihr Blick ist direkt auf den Betrachter gerichtet. Das Befremdliche ist jedoch ein großer grüner Frosch, der auf ihrem Kopf sitzt. Ein Verweis auf das Märchen „Der Froschkönig“? Die Künstlerin lächelt nur und schweigt. Alles will sie nicht preisgeben. Tiere sind ein wiederkehrendes Motiv in der Ausstellung. Wie ein kleiner Fantasievogel, der sich in der komplizierten Frisur einer Frau scheinbar ein Nest gebaut hat. Oder ein überlebensgroßer Hahnenkopf, der herausfordernd dem Designer Karl Lagerfeld in die Augen schaut. Viele der Porträtierten sind Prominente. Neben Lagerfeld sind auch Andy Warhol und Angela Merkel in Dompteur-Uniform in der Ausstellung zu finden.

Selbst die Queen und ihr Prinzgemahl Phillip haben sich einen Platz ergattert. Letzterer sogar mit einem ausufernden Kragen, der sein halbes Gesicht verdeckt. „Er ist ja bekannt dafür, gerne mal ins Fettnäppchen zu treten“, so Heinemann. „Und mit dem Kragen über den Mund kann er nicht mehr reden.“ Die Ausstellung ist bis zum 4. Januar zu den Öffnungszeiten der regioVHS (montags bis freitags 8 bis 12.30 Uhr und zusätzlich dienstags 14 bis 16 Uhr sowie donnerstags 14 bis 18 Uhr) zu besichtigen.

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