Kommunalverbund will mehr kostengünstigen Wohnraum schaffen

Kraftanstrengungen koordinieren

Informierten über den Kommunalverbund: Andreas Bovenschulte, Alice Gerken (Mitte) und Susanne Krebser. Foto: Franitza

Ganderkesee/Landkreis - Gemeinsam statt einsam: Ein Austausch über zentrale Belange über die jeweiligen Gemeindegrenzen hinweg, das ist die zentrale Aufgabe des Kommunalverbundes Niedersachsen/Bremen. 28 kommunale Vertreter, darunter die Landkreise Oldenburg und Diepholz, aber auch die Stadt Bremen, haben sich zu dieser Plattform zusammengeschlossen und stimmen ihre Strategien ab. Am Montag hat der Vorstand des Verbundes im Ganderkeseer Rathaus getagt. Andreas Bovenschulte, Bürgermeister der Gemeinde Weyhe und Vorstandsvorsitzender des Zusammenschlusses, die Ganderkeseer Bürgermeisterin Alice Gerken sowie Geschäftsführerin Susanne Krebser berichteten während eines Pressegespräches über die aktuellen und zentralen Fragen.

Manche Schwerpunkte hätten sich in den vergangenen Jahren verschoben, neue seien hinzugekommen, so Bovenschulte. Bestes Beispiel sei die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. „Vor zehn Jahren gab es genug Wohnungen - das hat sich grundlegend geändert“, konstatierte der Weyher, „wir haben begonnen, das zu diskutieren.“ Begnügten sich die Kommunen vor einigen Jahren noch damit, vor allem Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften auszuweisen, sei inzwischen bezahlbarer, geförderter Wohnraum in den Blickpunkt geraten - und werde dringend benötigt. Insbesondere Wohnungen für ein bis zwei Personen seien Mangelware. 36 000 Wohnungen werden bis 2030 im Bereich des Verbundes benötigt, schätzungsweise 15 000 in dieser Größenordnung, beziffert Bovenschulte den ermittelten Bedarf. Zurzeit übersteige die Nachfrage das Angebot bei Weitem. „Wir leben nicht auf einer Insel und stellen fest, dass die Probleme überall gleich sind“, ergänzte Gerken. Das habe sich auch in Gesprächen mit Bürgermeistern „jenseits der Weser“ gezeigt.

Diesen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, sei eben „nicht nur ein Bremer oder Delmenhorster Problem“, fuhr Bovenschulte fort. Für eine Landgemeinde wie Weyhe habe sich die Situation deutlich geändert. Deswegen habe man sich dort auf eine Quote von 20 Prozent geförderter, sozialer Wohnungen bei Ausweisung neuer Wohngebiete verständigt. Solche Überlegungen gebe es zwar auch in Ganderkesee, räumte Gerken ein, doch sei das Thema hier nicht von der Politik diskutiert worden.

Gebraucht werden nicht zuletzt kleinere Ein- bis Zweizimmerwohnungen, die Senioren barrierefreies Leben ermöglichten, ergänzte Krebser. Hinzu kommen „Neustarter-Haushalte“ für Azubis und Berufsanfänger. Doch auch eine andere Gruppe ist Adressat für ein neues Angebot: Für Pflegepersonal sei es mitunter unmöglich, bezahlbare Wohnungen in der Nähe von Kliniken und Pflegeeinrichtungen zu bekommen, so Krebser.

Ein völlig anderer, gleichwohl aktueller Bereich, in dem sich Kommunen abstimmen wollen, sei die „Radverkehrsmobilität“ in Ergänzung mit dem öffentlichen Nahverkehr, so Bovenschulte weiter. Auch dieses Thema sei vor Jahren noch nicht aktuell gewesen - der technische Fortschritt habe es wieder auf die Tagesordnung gebracht. Regionaler Radverkehr - nicht zuletzt auch für Berufspendler - sei ein Baustein der notwendigen Verkehrswende, war er sich sicher. Denn: „Das „Leiden der Menschen am Straßenverkehr“ sei real.

Eine Änderung sei nur durch solche Konzepte zu erreichen. Dazu gehöre etwa eine Verbindung Oldenburg-Delmenhorst-Bremen, ergänzte Krebser abschließend. Ab März werden sich Fachplaner des Themas annehmen: „Ein erster Aufschlag ist gemacht.“ Danach gelte es die Bemühungen der jeweiligen Kommunen aufeinander abzustimmen.  fra

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