13. Verkleidungs-Börse in Ganderkesee geht an den Start / Viele Neuteile aus Großspende

Kostüme, Kostüme und noch mehr Kostüme

Jedes Kostüm wird vorher genau geprüft. Fotos: fra

Ganderkesee – Von ausgelassener Faschingsfreude ist momentan noch nichts zu spüren, eher von geschäftiger Betriebsamkeit: Der Raum in der ehemaligen Passage „Alte Eiche“ ist bis auf einige Kleiderständer sowie einen Tisch, einen Stuhl und eine Sitzbank unmöbliert. Die Wartenden auf der Sitzbank haben allesamt bunte Kostüme bei sich, die sie an diesem Abend bei der Kleiderbörse des Ganderkeseer Faschingsvereins (GGV) in Kommission geben wollen. Es ist der erste von fünf Tagen, an dem nicht mehr benötigte Kostüme aufgegeben werden können. Diese Einrichtung besteht inzwischen schon seit 13 Jahren. An dem langen Tisch sitzt Brigitte Ewalt und notiert konzentriert. Davor steht Christa Redieske und geht mit den Kunden die Ware durch, sucht nach Fehlern, fragt nach der Beschreibung. Lässt sich keine genau Kategorie zuordnen – Pirat, Polizist oder Cowboy etwa – lautet das Urteil: „Fantasie“.

Dann geht es um den Preis, den der Noch-Eigentümer gerne haben dafür möchte. Jeder einzelne Gegenstand wird gesondert ausgezeichnet – Oberteil, Stiefel, Tasche, Zubehör ... alles muss seine Ordnung haben und wird separat abgerechnet. Ein Teil des Verkaufserlöses von meist nur wenigen Euro der insgesamt vielen hundert Stücke ist für den Ganderkeseer Kinderfasching bestimmt. „Das ist eine Menge Verwaltungsarbeit“, sagt Elfriede Meyer, die dritte Frau im Bunde. Seit zwölf Jahren engagiert sie sich bei der Kostümbörse. Der Zuspruch sei ungebrochen, berichtet sie – der Verkauf der „Second Hand“-Verkleidungen in der Ganterstadt sei sowas wie eine Institution. Die Kunden kommen nicht nur aus der Faschingshochburg selbst: „Viele kommen auch aus Wildeshausen,“ sagt Meyer, „aber auch aus Harpstedt oder sogar aus Butjadingen.“ Eine nicht ganz so weite Anfahrt hat an diesem Abend Melanie Dierker. Sie nutze das Angebot schon seit Jahren, sagt die Delmenhorsterin wie selbstverständlich. Das närrische Fest feiere sie aber in ihrer Heimatstadt.

„Am schönsten“, da sind sich Meyer und Redieske einig, „sind die selbstgeschneiderten Kostüme“. Eines habe sie sich gleich selbst „gesichert“, verrät Meyer – einen leuchtend gelben Smiley. Ganz besondere Kostüme erkenne sie auch später während des Umzuges wieder, das sei immer wieder ein schönes Erlebnis.

In einem weiteren, sonst leerstehenden Raum haben die Kostüm-Expertinnen einen regelrechten Verkleidungs-Laden eröffnet: jede Menge Bekleidung, Masken, Perücken und „Zubehör“ aller Art – alles nagelneu. „Das stammt aus einer Spende“, erklärt Meyer. Der ehemalige Eigentümer – der anonym bleiben müsse – hatte seinerzeit einen Kostümhandel geführt. Nachdem er diesen hatte schließen müssen, habe er sein Warenlager – abertausende Teile – an die Kostümbörse abgegeben. Warum? „Er liebt den Ganderkeseer Fasching“, sagt Meyer. Die Einnahme daraus sind ebenfalls für den Kinderfasching bestimmt. Die Preise seien auch hier niedrig, so Meyer weiter – „sonst kaufen die Leute im Internet“. Die große Auswahl aus der Spende – mit vielen gleichen Stücken – eigne sich insbesondere für Gruppen. Für diese sei sie auch bereit, den Laden mit der Spenden-Ware nach Vereinbarung zu öffnen. Dafür ist sie telefonisch unter der Nummer 0151/12400385 zu erreichen.  fra

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