Kinder aus Flüchtlingsfamilien drücken malend aus, wie sie sich und die Welt sehen

Kleine Künstler stellen in Ganderkesee aus

Unter der Leitung von Sozialpädagogin und Kunsttherapeutin Ulrike Schink (l.) haben die Kinder mehrere Bilder gemalt. - Foto: bor

Ganderkesee - Von Ove Bornholt. Einen Fußballplatz, Planeten, Selbstporträts: Wie Flüchtlingskinder sich selbst und die Welt sehen, haben sie in Bildern ausgedrückt, die noch bis Montag, 5. Dezember, im alten Rathaus an der Rathausstraße in Ganderkesee zu sehen sind.

Die sechs Jungs und ein Mädchen haben sich zehnmal für jeweils anderthalb Stunden im Kulturhaus Müller getroffen. Unter der Leitung von Sozialpädagogin und Kunsttherapeutin Ulrike Schink fertigten sie die Bilder an. Los ging es mit Selbstporträts. Dazu machte Schink Schwarzweißfotos von den Teilnehmern und legte sie ihnen vor. Auffällig ist, dass der Mund bei mehreren Kunstwerken nicht deutlich zu erkennen ist. „Die Flucht ist bei den Kindern präsent, aber nur unterschwellig“, sagte Schink.

Einige Aufgaben wie der Fußballplatz sollten aufbauenden Charakter haben. Nach dem Motto „Was machst du am liebsten?“. Viel Spaß hatten die Kinder auch bei dem Bild, das mehrere Planeten vor einem blauen Hintergrund zeigt. „Ich musste mit weißer Farbe die blauen Flecken an der Wand übermalen“, sagte Schink mit einem Lächeln. „Das war eine Gaudi für die Kinder.“ Wichtig war ihr, „dass sie zusammen etwas machen“. Zudem sollten sie auch Techniken erlernen. Beispielsweise malten sie eine Tür, die sich öffnete und ein Geheimnis preis gab.

Damit die Verständigung problemlos klappte, half Georg Abdou aus Syrien aus. Er war bereits in seiner Heimat Künstler und fuhr zu den Malstunden von Rethorn aus mit dem Fahrrad nach Ganderkesee, um zu übersetzen. Laut Schink verstehen die Jungs und das Mädchen aber bereits ganz gut Deutsch, obwohl einige noch nicht so lange hier leben.

Den Kontakt zu den Kindern hatte das Diakonische Werk vermittelt. „Zu Anfang ging es darum, das Vertrauen der Eltern zu gewinnen“, betonte Schink. Das hat offenbar geklappt. Einige kamen am Montag zur Eröffnung der Ausstellung nach Ganderkesee.

Eine Wiederholung des Kurses, den Harald Menkens vom Freundeskreis Kulturhaus Müller als Erfolg wertete, ist denkbar. „Ich werde mich dafür einsetzen“, versprach er. Der Kreis und die Bürgerstiftung Ganderkesee hatten die Finanzierung übernommen, sodass die Teilnahme kostenlos war.

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