Als klassisches Handelshaus vorn dabei

Ganderkeseer Firma Cetex-Rheinfaser ist international erfolgreich tätig

+
Handeln von Ganderkesee aus weltweit mit Fasern: Malte Smolna (links) und Carsten Müller.

Ganderkesee – „Die Wenigsten dürften unsere Firma kennen, doch jeder dürfte täglich mit etwas in Berührung kommen, das mit unseren Fasern hergestellt worden ist“, sagt Malte Smolna (50). Der Wildeshauser ist zusammen mit seinem Kollegen Carsten Müller (46) einer der beiden Geschäftsführer von Cetex-Rheinfaser in Ganderkesee. 1965 in Bremen gegründet ist die Firma seit 1969 im Ganterort ansässig. Die Verwendungen für die gehandelten Fasern aus Polyester und Viskose sind extrem vielfältig: Vom Babypflegetuch bis zum Putzlappen, von der Kissenfüllung bis zum Dämmmaterial (vor allem in der Automobilindustrie) – überall findet das Material Verwendung. 15 Mitarbeiter haben im vergangenen Jahr 35 000 Tonnen Fasern gehandelt und dabei einen Umsatz von 40 Millionen Euro erzielt (wir berichteten).

An der Produktion sei die Firma jedoch nicht beteiligt, so Smolna: „Wir sind ein klassisches Handelshaus“, erläutert er. Handel und Logistik seien denn auch die beiden Säulen, auf denen das Unternehmen aufbaut, ergänzt Müller: So verfüge Cetex-Rheinfaser in und unweit um Ganderkesee über Lagerkapazitäten von zusammen 12 000 Tonnen unterschiedlichster Fasern für die unterschiedlichsten Anforderungen.

„Die meisten unserer Kunden haben langfristige Kontrakte“, berichtet Müller weiter. Ein Großteil der gelagerten Ware sei bereits verkauft. Die Abnehmer rufen das von ihnen benötigte Material dann lediglich noch ab, die Ganderkeseer liefern dann „just in time“. Der Vorteil für die Kunden liege auf der Hand: Kein Aufwand mit Bestellungen und Importen der zumeist in Asien produzierten Fasern, keine aufwendige Lagerhaltung, keine Sorge um die Qualität und Eigenschaften des Materials. „Wir dürften damit der größte Lagerhalter in diesem Bereich in Europa sein“, schätzt Müller. Die Hersteller könnten somit eine Menge Arbeit an Cetex abgeben und bräuchten sich nur noch um das eigentliche Geschäft kümmern: die tatsächliche Produktion. Um alle Ansprüche und Bedarfe des Marktes abdecken zu können, ist Cetex dementsprechend mehrfach zertifiziert. Ein Trend gehe hin zur Verwendung von Fasern aus recyceltem Material, etwa aus aufgearbeiteten PET-Flaschen oder Sekundärprodukten der Polyesterindustrie, so Smolna. Europaweit sei sein Unternehmen das einzige, das sowohl für das „EU-Ecolabel“ der Europäischen Union als auch das Umweltzeichen „Blauer Engel“ vorweisen kann.

Seit 1969 sitzt die Firma in Ganderkesee. Ein Um- und Neubau sei seinerzeit ein Bekenntnis für den Standort gewesen, sagt Geschäftsführer Malte Smolna.

Dass sich die Firma seinerzeit in Ganderkesee angesiedelt hat, sei reiner Zufall gewesen, blickt Smolna in die Historie der Firma. „Es hätte theoretisch auch Achim, Delmenhorst oder Großenkneten sein können.“ Die Lage hier sei günstig, die Anbindungen über die Autobahnen 1 und 28 gut. 80 Prozent der Handelsware stamme aus Asien, zumeist Korea. Über Bremerhaven und durchaus auch über den Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven kommt das Material herein. 50 bis 60 Prozent der Abnehmer sitzen in Deutschland, 30 Prozent in europäischen Nachbarländern. Cetex-Rheinfaser, seit 2004 eine 100-prozentige Tochter des Bremer Konzerns Otto Stadtlander, bekenne sich klar zum Standort Ganderkesee. Das zeige sich nicht nur im Neubau das Verwaltungsgebäudes, sondern jüngst an dem Kauf einer 10 000 Quadratmeter großen Fläche – nur 500 Meter vom Hauptsitz entfernt – auf der Lagerhallen entstehen sollen: eine Investition von geschätzt zwei bis drei Millionen Euro.

Modern gestaltet Cetex-Rheinfaser jedoch auch seine Arbeitsplätze, versuche unter anderem fortlaufend, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Mehr als die Hälfte der Angestellten seien Frauen, so Smolna. Die meisten gehören der Firma schon lange an. Die Geschäftsführer sind da keine Ausnahme: Der Wildeshauser Smolna arbeitet seit seiner Lehre nun schon seit 33 Jahren in der Firma, seit 15 Jahren als Geschäftsführer. Der Oldenburger Müller gehört dem Unternehmen seit nunmehr 20 Jahre an, seit drei Jahren in der Geschäftsführung. 

fra

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Amsterdam schränkt Kiffer und Rotlicht-Tourismus ein

Amsterdam schränkt Kiffer und Rotlicht-Tourismus ein

Drama in Volkmarsen: Ökumenischer Gottesdienst 

Drama in Volkmarsen: Ökumenischer Gottesdienst 

Drama in Volkmarsen - Auto rast bei Rosenmontagsumzug in Menschenmenge

Drama in Volkmarsen - Auto rast bei Rosenmontagsumzug in Menschenmenge

Kochen mit Matcha bringt Farbe ins Spiel

Kochen mit Matcha bringt Farbe ins Spiel

Meistgelesene Artikel

586 Stunden im Stau - zwischen Wildeshausen und Groß Ippener

586 Stunden im Stau - zwischen Wildeshausen und Groß Ippener

Damit Schüler bessere Noten kriegen

Damit Schüler bessere Noten kriegen

„Bürger fragen – Experten antworten“

„Bürger fragen – Experten antworten“

Brandstiftung in Ganderkeseer Faschingszelt – Polizei ermittelt mit „Hochdruck“

Brandstiftung in Ganderkeseer Faschingszelt – Polizei ermittelt mit „Hochdruck“

Kommentare