Umweltzentrum Hollen

Kinder aus fünf Nationen lernen Deutsch

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Die Betreuer zeigten den Kindern, worauf man beim Apfelschneiden achten muss. 

Hollen - Von Ove Bornholt. Albanisch, syrisch, arabisch und mehr – 32 Kinder aus fünf Nationen spielen, toben und arbeiten in dieser Woche beim Sprachlerncamp des Umweltzentrums (Ruz) Hollen in der Gemeinde Ganderkesee. Um sich untereinander zu verständigen, müssen die Mädchen und Jungen Deutsch sprechen. Das ist einer der Gründe, warum sie erhebliche Sprachfortschritte machen.

Konzentriert hält Diaa seinen Stift. Der neunjährige Junge aus Syrien sitzt in einem Arbeitsraum und schreibt gerade eine Einladung an seine Eltern für das Abschlussfest des Sprachlerncamps am Sonnabend. Er geht sonst zur Grundschule an der Dürerstraße in Ganderkesee, doch seit Montag verbringt er den Tag im Umweltzentrum. Dort sollen Diaa und die anderen Kinder etwas über die einheimische Flora und Fauna lernen. So haben sie zum Beispiel am Mittwoch Kartoffeln geerntet, die sie am Donnerstag zu Pommes verarbeiteten.

Neben Diaa bringt Sara aus Albanien Buchstaben zu Papier. Die Achtjährige hatte besonders viel Spaß beim „Schatzfinden“. Dahinter verbirgt sich die Suche nach Schokolade, die die 19 Betreuer versteckt hatten. Auch für Kinder, die nicht aus Flüchtlingsfamilien kommen, ist das Camp offen. Es findet nach der Premiere im vergangenen Jahr zum zweiten Mal statt und wird von der Bingo-Umweltstiftung, dem Landkreis, der Gemeinde, der Bürgerstiftung und dem Ruz gefördert.

In einem kleinen Unterstand schneiden draußen derweil mehrere Jungen und ein Mädchen im Alter von etwa neun Jahren Äpfel. Diese sollen später gepresst werden. Die Betreuer geben genaue Anweisungen: „Messer auf den Tisch“, „Nicht scheiden, wenn du nicht guckst“. Und das ist auch nötig. Wie bei den meisten Jungs in dem Alter gehören Geduld und Zuhören nicht zu den Kernkompetenzen. Die Kinder schneiden Grimassen, testen auch mal ihre Grenzen aus. „Sie haben schon ordentlich Rambazamba gemacht“, sagt Claudia Kay vom Ruz mit einem Lächeln. Alles unter Kontrolle also.

Ein paar Meter weiter kicken die Kinder einen Fußball durch die Gegend, spielen mit Hula-Hoop-Reifen oder Springseilen. Die Gruppe hatte das Essen – die Pommes – zubereitet und soll nun noch ein wenig auf dem Rasen toben.

Der Wechsel von Aktivitäten, die intensive Betreuung und pädagogische Aspekte machen den Reiz und Erfolg des Sprachlerncamps aus. So gibt es drinnen eine Wand, an der deutsche Begriffe Bildern wie einem Apfel oder einer Schere zugeordnet werden müssen. So und beim Arbeiten lernen die Kinder quasi nebenbei viele deutsche Wörter, die sie in stickigen Schulzimmern mühsam lernen müssten. Und Spaß haben sie auch.

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