Heute Ganderkesee – morgen Mali oder Nordirak

179 Rekruten aus Delmenhorst und Bremerhaven geloben Treue und Tapferkeit

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Bürgermeisterin Alice Geerken schritt mit Kapitän Eckhard Bödeker (links), Kommandeur der Marineoperationsschule, und Oberstleutnant Stephan Fey (rechts), Kommandeur des Logistikbataillons 161, die Front ab.

Ganderkesee - Von Ove Bornholt. Nordirak, Mali, Kosovo und Afghanistan: Nicht gerade bevorzugte Reiseziele dieser Tage, und doch oder gerade deswegen ist die Bundeswehr in diesen Ländern aktiv. Zu den Soldaten im Einsatz gehören auch Mitglieder des Logistikbataillons 161 in Delmenhorst. 39 Rekruten der Einheit gelobten am Donnerstagnachmittag auf dem Festplatz in Ganderkesee gemeinsam mit 140 Kameraden der Marineoperationsschule in Bremerhaven Treue und Tapferkeit gegenüber der Bundesrepublik Deutschland.

Unter den Augen Hunderter Zuschauer waren die Soldaten auf dem abgesperrten Platz angetreten, mit einer Abteilung des Heeresmusikkorps aus Hannover. Auf einer kleinen Ehrentribüne saßen Gäste aus Politik sowie Gesellschaft und beobachteten, wie Ganderkesees Bürgermeisterin Alice Geerken gemeinsam mit Kapitän Eckhard Bödeker, Kommandeur der Marineoperationsschule Bremerhaven, und Oberstleutnant Stephan Fey, Kommandeur des Log-Bataillons, die Front abschritt.

Anschließend richtete sich Letzterer an die Soldaten, ihre Angehörigen und die anderen Zuschauer. Der Offizier sprach von der „Verantwortung für unser Land“, die die Soldaten übernähmen und von der „breiten gesellschaftlichen Anerkennung“, die sie dafür verdienten. Denn: „Friede und Freiheit sind keine Selbstverständlichkeiten in dieser Welt. Der Schutz vor Brutalität und Gewalt erfordert Gegenwehr.“ Große Worte, denen bald Taten folgen könnten. Gerade habe die Einheit 200 Soldaten in den Einsatz entsandt. Fey betonte auch das „hohe persönliche Risiko“ für die Soldaten. Die 137 Männer und 42 Frauen gelobten nichtsdestotrotz im einsetzenden Nieselregen Treue und Tapferkeit, um anschließend die Nationalhymne zu singen.

Ganderkesee, eigentlich keine klassische Garnisonsstadt, war als Schauplatz des Gelöbnisses wegen der Nähe zum Standort des Log-Bataillons in der Delmenhorster Adelheider Kaserne gewählt worden. Und nicht zuletzt liegt auch ein kleines Stück des Truppenübungsplatzes „Große Höhe“ auf dem Gebiet der Gemeinde. Auch 2011 und 2012 waren Soldaten zum Gelöbnis in Ganderkesee aufmarschiert.

Bürgermeisterin Geerken hob denn auch in ihrer Rede die Verbundenheit der Gemeinde mit der Bundeswehr hervor. Die Delmenhorster Kaserne sei, obgleich spürbar verkleinert, ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. „Und viele Soldaten wohnen in unserer Kommune, haben hier ihren Lebensmittelpunkt gefunden.“

„Nicht nur anonyme Einheit“

Im öffentlichen Gelöbnis sieht die Verwaltungschefin auch eine Chance für die Bevölkerung, in dem Bataillon nicht mehr „nur die anonyme Einheit zu sehen, über deren Einsätze in den Medien berichtet wird, sondern Menschen aus der Nachbarschaft, die sich in ihrem Beruf in besonderer Weise engagieren“. Die Bundeswehr gehöre mitten in die Gesellschaft.

„Kommen Sie stets gesund und wohlbehalten von Ihren Einsätzen zurück“, gab Gerken den Männern und Frauen in Uniform, die einen mutigen Berufsweg gewählt hätten, mit auf den Weg. „Wir schulden den Menschen, den Soldaten, die sich für unseren Staat in gefährliche Situationen begeben, die bestmögliche Ausbildung, die bestmögliche Ausrüstung und die bestmögliche Unterstützung – auch ideell“, forderte die Bürgermeisterin nicht nur gutes Material, sondern auch die bereits von Oberstleutnant Fey angemahnte gesellschaftliche Anerkennung für die Bundeswehr.

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