1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Oldenburg
  4. Ganderkesee

Wärmebildkameras an Ampel in Havekost nehmen Konturen wahr

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jürgen Bohlken

Kommentare

Entschärft eine vormalige Unfallhäufungsstelle: die Ampelanlage für die Havekoster Kreuzung.
Entschärft eine vormalige Unfallhäufungsstelle: die Ampelanlage für die Havekoster Kreuzung. © Bohlken

Klein Henstedt/Havekost – Die neu geschaffene Ampelanlage für die Havekoster Kreuzung zwischen der B  213, der K  286 (Harpstedter Straße) und der K  342 (Havekoster Straße) ist nunmehr seit dem 20. Dezember in Betrieb. „Sie läuft bislang tadellos“, so Stefan Möhlmann, Sachbearbeiter bei der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Oldenburg, am Montag auf Nachfrage unserer Zeitung.

Die Auftragssumme bewege sich bei rund 170 000 Euro. Die Schlussrechnungen lägen noch nicht vor. Der Bund gehe zunächst in Vorleistung; der Landkreis Oldenburg finanziere aber auf Grundlage einer vertraglichen Vereinbarung anteilig mit.

Die Ampel soll den vormals als Unfallhäufungsstelle eingestuften Knotenpunkt spürbar entschärfen. „Grünes Licht“ für die von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr geplante Maßnahme hatte bereits im September der Bau-, Straßen- und Brandschutzausschuss des Landkreises Oldenburg gegeben. Ein CDU-Antrag, der einen Kreisverkehr favorisiert hatte, fand zunächst Zustimmung auch aus anderen Fraktionen. Dann aber stellte sich heraus: Ein Kreisel für einen solchen Knotenpunkt, an dem sich eine Bundesstraße inklusive Autobahnanbindung mit zwei sich gegenüberliegenden Kreisstraßen kreuzt, ginge nicht konform mit den Richtlinien. Folglich blieb die Ampelanlage als Option. Letzten Endes sagten alle Fraktionen „Ja“ dazu.

Ein Kreisverkehr wäre um ein Mehrfaches teurer gekommen. „Dafür hätte ja auch Grunderwerb getätigt werden müssen“, gibt Stefan Möhlmann zu bedenken.

„Die Ampel ist mit Detektionseinheiten in Form von Wärmebildkameras versehen. Die sind oben an den Peitschen angebracht“, erläutert er. Diese Detektoren nehmen aus allen Fahrtrichtungen kommende Verkehrsteilnehmer anhand von Körper- und/oder Motorwärme sowie selbst minimaler Temperaturunterschiede zur Umgebung wahr und erkennen so Konturen – auch die typische Radfahrer-Silhouette.

Verkehrsfluss auf B 213 darf nicht über Gebühr ausgebremst werden

Auf Basis der Kameradaten steuert die Anlage die Grün- und Rotphasen. Ein intelligentes System ist für den Knotenpunkt unerlässlich. Es stellt sicher, dass der Verkehrsfluss auf der stark befahrenen B 213 nicht unverhältnismäßig durch die Ampel ausgebremst wird. Oft genug bilden sich ohnehin Staus, weil die Bundesstraße nach Unfällen auf der Autobahn als Ausweichstrecke herhalten muss. Den wartenden Verkehr aus den einmündenden Kreisstraßen lässt die Anlage möglichst im Verlauf einer Grünphase durch. Das funktioniert allerdings nur solange die voreingestellte, gegebenenfalls nachjustierbare „Maximalgrünzeit“ nicht erreicht ist.

Es sei eine gute Nachricht, dass die Ampel noch im alten Jahr habe realisiert werden können, urteilt Stefan Möhlmann. Das habe auch mit den vergleichsweise überschaubaren baulichen Maßnahmen an der Kreuzung zu tun.

Die Fahrbahnen selbst seien nicht verändert worden. Die Deckschicht für den erneuerten Radweg, die auf der Kreuzungswestseite auch eine Verlängerung der Grabenverrohrung erfordert habe, fehle indes noch. Gleiches gelte für die Weißmarkierung der Haltelinien, die momentan in „Baustellengelb“ kenntlich gemacht sind.

Auch interessant

Kommentare