Gymnasium in Ganderkesee: Diskussionen um die Planung des Neubaus

Wünsche der Eltern nur zum Teil „genehmigungsfähig“

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Das Gymnasium in Ganderkesee bekommt einen Erweiterungsbau. An den Planungen zur Lüftungsanlage scheiden sich allerdings die Geister. Archivfoto: Tenbrink

Landkreis/Ganderkesee - Von Karsten Tenbrink. Lärmbelästigung und Sicherheitsrisiken befürchtete der Schulelternrat beim geplanten Erweiterungsbau für das Gymnasium in Ganderkesee. Anlass dafür lieferte das vorgesehene Lüftungssystem. Der Landkreis will den besorgten Eltern nun zumindest in zwei Punkten entgegenkommen.

Elternrat und auch Schulleitung hatten sich für eine zentrale Lüftungsanlage ausgesprochen und wollten, dass sich sämtliche Fenster des Gebäudes öffnen lassen. Die Bauplanung sah anderes vor: Eine dezentrale Lösung mit Lüftungsgeräten in den Räumen und nur wenige Fenster, die sich öffnen lassen.

Die Kritik des Elternrates bezog sich auf die Geräusche, die beim Betrieb der Lüftungsanlagen in den Räumen verursacht werden. Außerdem mache die Anbringung der Geräte unter der Decke nicht den sichersten Eindruck. „In Bad Essen, wo wir ein Schulgebäude besichtigt haben, erzählten sie uns, dass der Platz unter der Anlage immer frei bleibt“, berichtete Veronika Vahlhaus-Rutayungwa, Vorsitzende des Schulelternrates. Zudem solle die Möglichkeit bestehen, die Räume auch über die Fenster zu belüften und diese bei einem Notfall als Fluchtweg nutzen zu können.

Ludger Krone, zuständiger Bauplaner beim Landkreis Oldenburg, erläuterte im Schulausschuss den aktuellen Planungsstand und ging dabei auf die „neuralgischen Punkte“, wie er sie nannte, und somit auch auf das Thema Lüftungsanlage ein. Dabei gab es zunächst schlechte Nachrichten für die Ganderkeseer: Eine zentrale Lüftungsanlage sei baurechtlich „nicht genehmigungsfähig“ oder aber „zu teuer“.

Denn ein dafür erforderliches, etwa 20 Meter langes Gerät müsse entweder auf dem Dach oder im Keller des Gebäudes platziert werden. Ersteres hätten aufgrund der zusätzlichen Höhe von bis zu zwei Metern „die Nachbarn nicht mitgemacht“, erklärte Krone. Diese hätten ohnhehin schon Einwände zur Größe des Gebäudes und den Abständen vorgebracht. Eine Verlagerung in den Keller wiederum hätte im Vergleich zur aktuellen Planung Mehrkosten von 250000 Euro verursacht.

Auch die Unterbringung der dezentralen Geräte außerhalb der Klassenräume sei allein hinsichtlich der Brandschutzbestimmungen nicht praktikabel. Außerdem müsste für die Leitungen die Deckenhöhe reduziert werden.

Immerhin bestehe die Möglichkeit, die Geräte in den Räumen aufzustellen und nicht unter die Decke zu hängen, konnte Krone den Eltern zumindest in diesem Punkt entgegenkommen. Und: Obwohl für die Lüftung nicht erforderlich, soll „aus psychologischen Gründen“ nun pro Raum ein weiteres Fenster eingebaut werden, das sich öffnen lässt.

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