Bürgermeisterin Gerken-Klaas: „Damit kehrt ein Stück weit Ruhe ein“

Gemeinde Ganderkesee baut Mobilhalle für Flüchtlinge ab

Es kommen weniger Flüchtlinge nachGanderkesee. - Symbolfoto: dpa

Bookholzberg - Weil inzwischen genug Wohnungen vorhanden sind, will die Gemeinde Ganderkesee eine ihrer zwei Mobilhallen für Flüchtlinge schließen. Der Abbau der maximal 75 Personen fassenden Unterkunft in Bookholzberg soll Anfang Juni beginnen.

Die Halle war Ende vergangen Jahres aufgestellt worden. Seit Januar waren dort insgesamt 82 Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak vorübergehend untergebracht, teilte die Gemeinde am Montag mit. „Damit kehrt nach vielen Monaten intensiver Flüchtlingsarbeit ein Stück weit Ruhe ein“, sagte Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas, die sich bei den Ehrenamtlichen für ihren Einsatz bedankte.

Der Krisenstab Flüchtlinge, der seit Ende Juli zunächst täglich und zuletzt zweimal wöchentlich getagt hat, werde künftig nur noch bei Bedarf im Rathaus zusammenkommen. Möglich mache dies auch die organisatorische Neuaufstellung in der Verwaltung, wo sich inzwischen eine gewisse Routine entwickelt habe.

Wie schnell auch der Abbau der zweiten Mobilhalle im Ganderkeseer Stadion erfolgen kann, hängt derweil laut Gemeinde neben der weiteren Gesamtentwicklung der Flüchtlingssituation unter anderem vom Bezug der Zimmer im ehemaligen Seminarhaus „Cristina“ im Ortsteil Rethorn ab. „Wenn alles passt, ist eine Aufgabe des Stadions als Notunterkunft noch im Sommer realistisch“, erklärte Christian Badberg, Fachdienstleiter Internes und Asyl.

Im Stadion seien jedoch Maßnahmen zur Wiederherstellung nötig. Ob die Aschenbahn und der Rasen dieses Jahr wieder genutzt werden können, stehe noch nicht fest. Die übrigen Anlagen könnten ab Spätsommer gegebenenfalls zur Verfügung stehen. „Alles unter der Voraussetzung, dass sich die Gesamtsituation so entwickelt, wie es momentan absehbar ist“, betonte Badberg.

Das Schwimmerheim werde in diesen Tagen bereits wieder für seine ursprüngliche Bestimmung zurückgebaut. Die Turnhalle am Habbrügger Weg werde hingegen voraussichtlich bis Ende der Sommerferien als Notunterkunft gebraucht, um vor Ort schnell reagieren zu können, so Badberg. Die Planungen zu den Schlichtbauten würden parallel weiter verfolgt, um dem Markt nach und nach die angemieteten Objekte wieder zur Verfügung stellen zu können.

79 Wohnungen und weitere Unterkünfte hat die Gemeinde mittlerweile für Flüchtlinge zur Verfügung, darunter zahlreiche angemietete Räumlichkeiten. Zurzeit leben aufgrund von Umzügen und Anerkennungen noch 487 Menschen mit laufendem Asylverfahren in der Kommune. Davon stammen 246 aus Syrien, 136 aus dem Irak und – Tendenz sinkend – 76 aus Albanien. Den höchsten Stand gab es am 31. März mit insgesamt 520 Flüchtlingen. „Bei der Zuweisung in die Wohnungen haben wir darauf geachtet, sie möglichst passgenau zu belegen und keine Plätze zu verschenken“, erklärte Badberg. „In den vergangenen Wochen konnten wir so bereits viele Menschen aus den Notunterkünften in Wohnungen unterbringen.“

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