Für mehr Förderung vom Staat

Pestel-Institut analysiert die Marktsituation in Ganderkesee

Die Wissenschaftler des Instituts haben „spitz“ nachgerechnet, was die Anschaffung von Wohneigentum kostet.

Ganderkesee - Vom Eigenheim bis zur Eigentumswohnung – im Landkreis Oldenburg könnten künftig mehr Menschen in einem Zuhause wohnen, das ihnen selbst gehört.

Das teilt das Pestel-Institut aus Hannover mit und verweist auf eine Modellrechnung, bei der es darum geht, die Chancen zu ermitteln, mit denen Mieter zu Wohnungseigentümern werden. Demnach kann die Wohneigentumsquote in Ganderkesee von derzeit 65 Prozent gesteigert werden.

Den Auftrag für die Rechnung gab die Initiative „Wohn-Perspektive Eigentum“. Dort sind unter anderem der Dachverband der Mauerstein-Industrie und die Interessensvertretung der mehr als 900 Baustoff-Fachhändler organisiert. Vereinigungen, die ein Interesse haben dürften, dass viel gebaut wird, weil dies den Umsatz ihrer Mitglieder erhöht. Matthias Günther, Leiter des Pestel-Instituts, erklärte dazu, die Auftraggeber hätten inhaltlich keinen Einfluss auf die Untersuchung genommen.

Das Institut teilt mit, es habe in seinem regionalen „Wohnungskauf-Check“ – zugeschnitten auf den Wohnungsmarkt in Ganderkesee – auf der Grundlage aktueller Immobilienpreise berechnet, wer sich als Mieter künftig ein Reihenhaus oder eine Eigentumswohnung leisten kann. Voraussetzung sei, dass der Staat die Käufer dabei durch ein Programm mit langfristigen Krediten über die KfW-Förderbank unterstützt und ihnen Sicherheit bei den Zinsen gibt. Weitere Bedingung: Das Land soll für einen Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer sorgen. Diese Forderungen werden auch von der Initiative „Wohn-Perspektive Eigentum“ unterstützt.

Kauf von Reihenhäusern im Fokus

Konkret geht es bei den Berechnungen unter anderem um den Kauf eines Reihenhauses mit 100 Quadratmetern Wohnfläche in mittlerer Lage und guter Bausubstanz. Dies koste in Ganderkesee nach dem aktuellen Immobilien-Preisspiegel der LBS rund 130 000 Euro. Dazu kämen noch einmal etwa 15 500 Euro für Grunderwerbsteuer, Gebühren und Honorare für Notar, Makler, Banken und Berater.

„Würde der Staat über 30 Jahre hinweg einen Kredit zum festen Zinssatz von 1,5 Prozent anbieten, wäre vielen in Ganderkesee geholfen, die sich eine Immobilie anschaffen wollen“, sagt Günther. Der Institutsleiter spricht von einer „angemessenen und notwendigen Wohneigentumsförderung durch den Staat“.

Auf dieser Grundlage würde einem Haushalt in Ganderkesee ein Nettoeinkommen von 1 750 Euro pro Monat reichen, um sich ein Reihenhaus anzuschaffen. Und das bei einem Eigenkapital von 20 Prozent, rechnet das Institut vor. „Mit der Abschaffung der Eigenheimzulage wurde die Förderung von Wohneigentum faktisch eingestellt. Und das ist schon über zehn Jahre her“, beklagt sich Günther. Insbesondere die Generation der 25- bis 40-Jährigen gehöre zu den Verlierern. Dabei sei gerade die Eigentumswohnung oder das eigene Haus ein wichtiger Baustein für die Altersvorsorge.

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