Gemeinde hat Haushalte für Einzelhandelskonzept befragt

Ganderkeseer sind mit Kleidungsangebot unzufrieden

Ganderkesee - Gut jeder Zweite sieht Lücken im Einzelhandelsangebot der Zentren von Ganderkesee und Bookholzberg. Vor allem eine größere Auswahl an Bekleidung wird gewünscht. Zudem entwickelt sich das Internet mehr und mehr zur Konkurrenz für den lokalen Handel.

Dies sind Ergebnisse einer repräsentativen Haushaltsbefragung im Auftrag der Gemeinde Ganderkesee, teilte die Kommune mit. Rund 560 Bürger gaben telefonisch und online Auskunft zu ihrem Einkaufsverhalten und bewerteten den Einzelhandel sowie die Ortszentren.

78 Prozent gaben an, ihre Lebensmittel am häufigsten innerhalb des Gemeindegebietes zu kaufen. Bei Drogerie- und Apothekerwaren sind es 70 Prozent, gefolgt vom Garten- (67 Prozent) sowie vom Bau- und Heimwerkerbedarf (60 Prozent). „Demgegenüber kauft leider nur jeder fünfte seine Bekleidung am häufigsten vor Ort ein“, bedauert Wirtschaftsförderin Christa Linnemann.

„Neben Geschäften in Delmenhorst und Bremen ist auch der Online-Handel ein zunehmender Mitbewerber für unsere Kaufleute“, ergänzte Linnemann. So kauften rund ein Drittel der Befragten mindestens einmal monatlich, elf Prozent mindestens einmal wöchentlich und ein Prozent täglich im Internet ein. Besonders stark spürten diese Konkurrenz Anbieter von Büchern sowie Schreib- und Spielwaren.

„An der Freundlichkeit der Bedienung liegt es nicht.“

„An der Freundlichkeit der Bedienung und den Ladenöffnungszeiten liegt dies jedenfalls nicht“, verweist die Wirtschaftsförderin auf die gute Bewertung dieser beiden Punkte. Auch für Sauberkeit und Sicherheit hätten Ganderkesee und Bookholzberg mit einer „zwei“ und „zwei minus“ akzeptable Noten erhalten. Ebenso wurden die Übersichtlichkeit und Orientierung positiv gesehen.

Für die Einkaufs- und Servicewegweiser, die im Hauptort Ganderkesee stehen, sahen viele Befragte daher auch kaum Bedarf. Deutlich weniger als die Hälfte hatte sie bislang überhaupt wahrgenommen. Bei Barrierefreiheit so-wie der Kategorie „Möblierung/Begrünung“ lief es auf die Schulnoten „zwei bis drei“ hinaus.

Die Haushaltsbefragung ist ein Baustein des Einzelhandelskonzepts, das die Gemeinde aktualisieren lässt. Hierfür werden auch Kennzahlen wie die Kaufkraft ermittelt. So können die Bürger jährlich nach Hochrechnungen insgesamt 174 Millionen Euro im Einzelhandel ausgeben. Der größte Anteil davon entfällt mit rund 63 Millionen auf Nahrungs- und Genussmittel, gefolgt von rund 22 Millionen für Bekleidung, Schuhe und Sportartikel.

Wie viel von dieser Kaufkraft in die Gemeinde selbst und ins Umland fließt, wird in einem weiteren Schritt untersucht. „Die Häufigkeit, mit der Einkäufe hier oder andernorts getätigt werden, ist nur ein erster Anhaltspunkt dafür“, so Linnemann.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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