Papierne Schätze kommen zum Vorschein

Denkmalpflege des Landkreises berichtet von unerwartetem Fund bei Renovierung

+
Lange verborgen geblieben: Eine Papiertapete aus dem 19. Jahrhundert kam wieder zum Vorschein. 

Ganderkesee/Landkreis – Verborgene Schätze zu heben – wer wünscht sich das nicht? Doch manchmal warten vergessene Kostbarkeiten an ganz ungewöhnlichen Orten auf ihre Entdecker. Das müssen nicht Höhlen oder Seen oder verwunschene Wälder sein – manchmal verstecken sich besondere Dinge direkt vor der Nase des Betrachters, ohne dass er sie zuvor erkannt hat. Wie etwa einer Tapete. So etwa geschehen in der Gemeinde Ganderkesee, wie die Denkmalpflege des Landkreises Oldenburg berichtet.

Die sehr aufwendige und mehr als zwei Jahre andauernde Sanierung eines unter Denkmalschutz stehenden Gutshofes dort war so gut wie abgeschlossen. Als letztes Gewerk sollten die Malerarbeiten ausgeführt werden. Da kam es im ehemaligen Wohnbereich des imposanten Wohn- und Wirtschaftsgebäudes zu einem Fund der besonderen Art: Das beauftragte Handwerksunternehmen hat unter mehreren Tapetenschichten alte handgemalte Wandmalereien aus dem vermutlich 19. Jahrhundert entdeckt.

„Diese Art der Wandmalerei war damals weit verbreitet und war deutlich günstiger als Papiertapeten. Aufgrund dieses heute eher seltenen, aber gut erhaltenen Fundes wurde die untere Denkmalschutzbehörde informiert, die dann die Sicherungs- und Restaurierungsmaßnahmen begleitet hat“, heißt es im Bericht des Landkreises.

Die Malerarbeiten wurden unterbrochen und ein geeigneter Restaurator für die unerwartet notwendig gewordenen Maßnahmen zur Konservierung und Restaurierung der Funde hinzugezogen. Zunächst ging es darum, die Wandmalerei zu sichern, sodass im Anschluss dieser Arbeiten eine komplette Restaurierung beziehungsweise. Rekonstruktion möglich wurde. Das Unterfangen glückte: Die Wandbereiche ließen sich mit speziellen Farben, die für solche Arbeiten geeignet sind, vollständig wiederherstellen, berichtet die Denkmalpflege. Zur dauerhaften Sicherung und zum Schutz vor Beschädigung wurden die restaurierten Bereiche schließlich unter einer leichten Tapete verdeckt. Damit die Nachwelt dennoch erahnen kann, was sich hinter diesen Tapeten verbirgt, hat man sogenannte „Befundfenster“ geschaffen, um den restaurierten Bestand an einigen wenigen Stellen weiterhin sichtbar zu machen.

Die für damalige bäuerliche Verhältnisse hochherrschaftlichen Türzargen und Blätter wurden ebenfalls untersucht und anhand der noch erhaltenen Funde der ursprünglichen Farbgebung angepasst. „Dieses Beispiel zeigt einmal mehr, dass sich Denkmalpflege einerseits und Sanierung, aber auch Umbau andererseits sehr wohl vertragen, wenn sie aufeinander abgestimmt werden“, erläutert der Landkreis weiter.

Die Verwaltung weist in ihrem Bericht abschließend darauf hin, dass der Kreis verschiedene Erhaltens- und Sanierungsmaßnahmen an Baudenkmalen finanziell unterstützen kann. Der Landkreis Oldenburg ist einer der wenigen Gemeindeverbünde, der dies aus eigenen Mitteln fördert. Dafür stehen auch im neuen Jahr wieder Mittel der Denkmalpflege bereit. Interessierte Denkmaleigentümer können sich direkt an die Kreisverwaltung wenden.

Ansprechpartner dort ist Stefan Effenberger. Er ist unter der Rufnummer 04431/85386 erreichbar. Seine E-Mail-Adresse lautet stefan.effenberger@oldenburg-kreis.de.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Völkermord-Klage: Suu Kyi verteidigt Militärs von Myanmar

Völkermord-Klage: Suu Kyi verteidigt Militärs von Myanmar

White Island: Sorge vor Ausbruch verzögert Opferbergung

White Island: Sorge vor Ausbruch verzögert Opferbergung

Mallorca will Schrauben gegen Sauftourismus anziehen

Mallorca will Schrauben gegen Sauftourismus anziehen

Mythen ums Schenken im Realitäts-Check

Mythen ums Schenken im Realitäts-Check

Meistgelesene Artikel

Heimatverbunden, knackig, neugierig: Junge Landfrauen und wie sie ticken

Heimatverbunden, knackig, neugierig: Junge Landfrauen und wie sie ticken

Aldi-Neubau mit Feuerwehrsirene auf dem Dach

Aldi-Neubau mit Feuerwehrsirene auf dem Dach

62-Jähriger muss sich Vorwurf des Mordversuchs stellen

62-Jähriger muss sich Vorwurf des Mordversuchs stellen

Bauschutt unter dem Parkplatz

Bauschutt unter dem Parkplatz

Kommentare