Ganderkesee erneuert Status als Fairtrade-Kommune

Weiter auf dem Weg des gerechten Handels

Ein Gruppe Menschen. Ein Mann und eine Frau halten zusammen eine gerahmte Urkunde hoch.
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Gemeinsam für Fairen Handel: Lars Gremlowski, Christian Siedenstrang, Nadja Lampe, Bürgermeister Ralf Wessel, Christel Zießler, Ulrike von Oepen, Barbara Wessels (Sprecherin der Steuerungsgruppe), Elke Mestemacher, Susanne Güttler und Volker Schulz-Berendt (v.l.).

Ganderkesee – Seit Herbst 2019 ist die Gemeinde Ganderkesee als Fairtrade-Gemeinde zertifiziert und fördert die lokale Vermarktung und den Konsum fair hergestellter und gehandelter Produkte. Außerdem informiert sie über die Handelsbeziehungen mit den Ländern des Südens – über die fairen ebenso wie über die unfairen. Das wird sie auch weiterhin: Ende 2021 ist Ganderkesee erfolgreich als Fairtrade-Gemeinde rezertifiziert worden.

Mehr als 780 Kommunen haben sich bundesweit diesem Konzept verschrieben. Über das Vorgehen und Aktionen berät in Ganderkesee in diesem Zusammenhang eine Steuerungsgruppe, die sich aus unterschiedlichen Akteuren zusammensetzt. Bürgermeister Ralf Wessel und die Mitglieder der Steuerungsgruppe haben sich jetzt anlässlich der Bestätigung zu einem Austausch getroffen, berichtet die Gemeinde. Er dankte der Gruppe ebenso für ihr Engagement wie den mittlerweile 22 Partnern, die daran teilnehmen. „Fairer Handel hat in unserer Gemeinde eine lange Tradition, deren Fortsetzung wir gern unterstützen“, sagte Wessel mit Blick auf die frühe Gründung des Ganderkeseer Weltladens bereits im Jahr 1981.

Um den Titel „Fairtrade-Gemeinde“ nicht zu verlieren, ist eine Rezertifizierung alle zwei Jahre erforderlich. Hierfür ist das Engagement im Bereich des fairen Handels in der Gemeinde aufzuzeigen. Hierzu zählen die Aktivitäten der Steuerungsgruppe (insbesondere die Öffentlichkeitsarbeit) und das Engagement der beteiligten Partner aus den Bereichen Einzelhandel und Gastronomie sowie Schulen, Vereine und Kirchengemeinden. Zu den Veranstaltungen in den vergangenen Jahren zählten die jährliche Teilnahme an der bundesweiten Aktion „Faire Woche“, Aktionen auf Frühlings- und Herbstmärkten sowie Ausstellungen und Vorträge, heißt es in dem Bericht weiter.

Kritik an den bestehenden Verhältnissen

„Die derzeitigen Produktions- und Konsummuster sind häufig alles andere als nachhaltig“, wird Klimaschutzmanager Lars Gremlowski zitiert, der zugleich Mitglied der Steuerungsgruppe ist. „Mehr als eine Milliarde Menschen leiden unter Hunger und Armut, zudem gefährden Klimawandel und Artensterben unsere Lebensgrundlage. In vielen Ländern bedrohen wachsende soziale Spannungen die Demokratie.“ Die Menschen im „Globalen Süden“, die am stärksten von diesen Folgen betroffen seien, litten häufig am stärksten. Diese Krisen würden aktuell durch die Corona-Pandemie noch verstärkt, so Gremlowski.

Der faire Handel leiste einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der Nachhaltigkeitsziele, ist sich die Gemeindeverwaltung sicher. Laut Barbara Wessels, Sprecherin der Steuerungsgruppe, stelle der faire Handel die Menschen dort in den Mittelpunkt, da sie durch politische, ökonomische oder andere Faktoren benachteiligt werden.

„Solidarische Ökonomie“

„Mit langfristigen Handelsbeziehungen, höheren Einkommen, Beratungsleistungen und anderen Maßnahmen trägt der faire Handel dazu bei, menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen weltweit zu schaffen“, so Wessels. Der gerechte Handel setze sich seit mittlerweile 50 Jahren für eine andere Form des Wirtschaftens ein und sei damit „Teil der solidarischen Ökonomie“. Diese sei durch einen respektvollen Umgang mit der Natur und kooperativen Wirtschaftsformen gekennzeichnet.

Eine Übersicht aller teilnehmenden Partner des örtlichen Handlungskonzeptes sowie noch weiterführende Informationen zur Fairtrade-Gemeinde Ganderkesee sind im Internet unter www.fairtrade-ganderkesee.de zu finden.

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