Verein hat Anträge auf Förderung gestellt 

Dokumentationszentrum „Stedingsehre“ kommt voran

Die Freilichtbühne „Stedingsehre“ zu nutzen, gehört zu den Fernzielen des Fördervereins.

Bookholzberg - Von Ove Bornholt. Die Freilichtbühne „Stedingsehre“ Bookholzberg, wo die Nazis in den 1930er-Jahren einem Massenpublikum ihre Ideologie vermittelten, soll um ein Informations- und Dokumentationszentrum (IDZ) erweitert werden. Am Dienstag stellte der Förderverein seine Pläne der Bundestagsabgeordneten Astrid Grotelüschen (CDU) vor.

Vorsitzender Dietmar Mietrach, ehemaliger CDU-Fraktionschef in Ganderkesee, berichtete, dass mehrere Förderanträge laufen. Beim Landkreis Oldenburg, der Gemeinde Ganderkesee und diversen Stiftungen. Der Verein braucht rund 86 000 Euro, um das IDZ einzurichten. Hinzu kommen laufende Kosten wie die Miete von 680 Euro pro Monat. Hier hofft der Verein noch auf ein Entgegenkommen des Vermieters. Die Mitglieder arbeiten allesamt ehrenamtlich. Das Zentrum soll am 13. Mai 2018, dem internationalen Museumstag, öffnen.

Mietrach plant, mit dem IDZ einen außerschulischen Lernort im Haus Nummer elf des ehemaligen Spieldorfes, in dem zu Nazi-Zeiten das Theaterstück „De Stedinge“ aufgeführt wurde, einzurichten. Das Gebäude ist 103 Quadratmeter groß und ein mit Reet gedecktes Fachwerkhaus.

Bei einem Workshop mit Schulen aus dem Landkreis wurden bereits Inhalte abgestimmt und ein Konzept erarbeitet, das nach den Sommerferien mit den Bildungseinrichtungen besprochen werden soll. Für die Umsetzung sucht Mietrach nach einem pädagogischen Leiter und hat auch schon jemanden im Blick. Namen möchte er allerdings noch nicht nennen, solange nicht alles in trockenen Tüchern ist.

Neben der Weiterbildung für Schüler soll es auch eine wissenschaftliche Begleitung geben. So könnten Studenten ihre Master-Arbeit über die Freilichtbühne schreiben und dabei mit dem Verein zusammenarbeiten.

Über die aktuellen Pläne hinaus schweben Mietrach die Einrichtung eines Cafés und einer Druckwerkstatt in anderen Gebäuden des Spieldorfes vor. Letztere soll ausdrücklich kein Museum sein, sondern eine aktiv arbeitende Werkstatt. Auch die baufällige Freilichtbühne spielt in den Planungen des Vereinsvorsitzenden eine Rolle.

Grotelüschen hob den historischen Wert der Anlage hervor. „Es gibt auch eine politische Dimension“, bezog sie sich auf die Weiterbildung von Schülern, die „ihr demokratisches Denken“ an dem geschichtsträchtigen Ort weiterentwickeln könnten.

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