Sechs Politiker stellen sich

Bundestagskandidaten diskutieren über Wirtschaftsthemen

+
Astrid Grotelüschen (CDU), Christian Dürr (FDP), Susanne Mittag (SPD), Dieter Holsten (Freie Wähler), Christina-Johanne Schröder (Grüne) und Herbert Sobierei (AfD, von links) diskutierten miteinander über Wirtschaftsthemen.

Stenum - Von Ove Bornholt. Sie wollen (wieder) in den Bundestag und warben vor Wirtschaftsvertretern für sich und ihre Parteien: Sechs Kandidaten der CDU, Freien Wähler, SPD, AfD, FDP und der Grünen haben sich am Dienstagnachmittag zwei Stunden lang im Gasthaus „Backenköhler“ in Stenum vorgestellt.

Organisator der nichtöffentlichen Veranstaltung war die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer. Anwesend waren eine „linksliberale Socke, die keinen Fetisch im Verhindern von Straße hat“ (Christina-Johanne Schröder von den Grünen über sich selbst), ein FDP-Politiker, der Ganderkesee als seine „Hood“ (Heimatviertel) betrachtet und gerne an der „Dramatikschraube“ dreht (Christian Dürr), ein langjähriger SPD-Funktionär, der ausgetreten und zur AfD gewechselt ist (Herbert Sobierei), eine Polizistin, die der SPD seit 1988 die Treue hält (Susanne Mittag), und Dieter Holsten (Freie Wähler), der für „Frieden, Freiheit sowie Gerechtigkeit“ eintritt. Und Astrid Grotelüschen (CDU), die rund 45 Minuten zu spät kam.

Während der von Moderator Dr. Rainer Lisowski geleiteten Debatte ging es um die Themen Infrastruktur, Digitalisierung, Ausbildung und Handelsabkommen, die für die gut 20 Firmen- und Wirtschaftsvertreter aus dem Gebiet der oldenburgischen IHK interessant waren. Die einzigen weiblichen Personen im Raum waren übrigens die Kandidatinnen Schröder, Mittag und Grotelüschen sowie die Kellnerinnen von „Backenköhler“. Soviel zur Frauenquote für Führungspositionen in Unternehmen.

Erste Schritte nach der Wahl

Aber darum ging es ja auch nicht. Moderator Lisowski wollte wissen, was die Parteien von Mittag und Co. als erstes umsetzen würden, hätten sie eine absolute Mehrheit im Bundestag. Die Delmenhorsterin Mittag nannte das Einwanderungsgesetz, das schon fertig vorbereitet sei.

Ein Schwerpunkt ganz in Sobiereis Sinne, doch „ich glaube nicht, dass wir das Gesetz von der SPD übernehmen können“, so der AfD-Mann: „Die Zugereisten sprechen weder Deutsch, noch können sie es schreiben. Da kann man in fünf bis zehn Jahren keine ausgebildeten Handwerker draus machen.“

Dürr betonte hingegen in Richtung AfD: „Wenn nicht klar ist, dass wir ein weltoffenes Land sind, das Leute aufnimmt, sondern wir als nationalistisch wahrgenommen werden, gehen die Leute woanders hin.“ Es brauche Zuwanderung. Das war das einzige Mal, dass sich die Wirtschaftsvertreter zu einem Applaus hinreißen ließen, davon abgesehen nahmen sie die Aussagen der Politiker eher abwartend hin. Ansonsten setzte der Ganderkeseer auf Digitalisierung, wobei er vorschlug, die Telekomanteile des Staates zu verkaufen und damit einen Glasfaserausbau zu finanzieren.

Holstens freie Wähler würden sich für ein Grundrecht auf freie Bildung einsetzen, während die Grünen laut Schröder in Straßen und Logistik investieren würden. Dabei betonte Schröder Möglichkeiten wie autonomes Fahren und E-Mobilität.

Zum Thema „Schnelles Internet“, das alle Kandidaten vorantreiben wollen, meldete sich auch Hans-Werner Aschoff, Wirtschaftsförderer im Landkreis Oldenburg zu Wort. „Mir geht der Ausbau im Landkreis zu langsam. Man müsste mehr Mittel reingeben“, forderte er.

Schnelles Internet: Kupfer oder Glasfaser?

Dürr betonte, die Ertüchtigung von Kupferkabeln sei der falsche Weg. Er will mehr Geld für den Ausbau des Glasfasernetzes. Sobierei stimmte zu, während Grotelüschen sich wegen des technischen Fortschritts nicht festlegen mochte. Sie setzte darauf, Fördermittel zu bündeln. 

Mittag erinnerte, dass die für den Ausbau zuständigen Firmen schon gut ausgelastet seien, und zweifelte damit den Sinn einer höheren Förderung an. Auch Schröder will Subventionen bündeln, aber keine Kürzungen auf Kosten anderer Mittel für den ländlichen Raum in Kauf nehmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Simbabwe: Regierungspartei leitet Mugabes Amtsenthebung ein

Simbabwe: Regierungspartei leitet Mugabes Amtsenthebung ein

Fotostrecke: Werder-Mitgliederversammlung 2017

Fotostrecke: Werder-Mitgliederversammlung 2017

Sonst nichts gemeinsam: Deutsche Großstädte und ihre US-Namensvetter

Sonst nichts gemeinsam: Deutsche Großstädte und ihre US-Namensvetter

Weihnachtsmarkt in Nienburg: Aufbau läuft

Weihnachtsmarkt in Nienburg: Aufbau läuft

Meistgelesene Artikel

Endspurt bei der Steuerung von Tierhaltungsanlagen

Endspurt bei der Steuerung von Tierhaltungsanlagen

Erster Weihnachtsbasar der Holbeinschule

Erster Weihnachtsbasar der Holbeinschule

Diakonie Himmelsthür lädt zum Weihnachtsmarkt ein

Diakonie Himmelsthür lädt zum Weihnachtsmarkt ein

„Kanga-Mamas“ für Wildeshausen gesucht

„Kanga-Mamas“ für Wildeshausen gesucht

Kommentare