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Fachklinik Stenum hält am Zeitplan fest

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Von: Gero Franitza

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Zwei Männer stehen auf einer Baustelle.
Der ärztliche Direktor und Geschäftsführer Dr. Karsten Ritter-Lang (l.) informiert Bürgermeister Ralf Wessel. © Franitza

Stenum – Die Planungen stehen und Dr. Karsten Ritter-Lang ist sehr zuversichtlich, dass es zu keinen gravierenden Verzögerungen kommen wird: Am Freitagvormittag hat der ärztliche Direktor und Geschäftsführer dem neuen Bürgermeister der Gemeinde Ganderkesee die Pläne für die Erweiterung der Fachklinik für Orthopädie in Stenum vorgestellt. In den letzten beiden Wochen dieses Jahres, spätestens Anfang 2023, soll der Umzug in das neue Bettenhaus vonstattengehen.

Es war gleichzeitig Ralf Wessel erster Besuch in der Funktion als Verwaltungschef der Gantergemeinde. Der Rohbau des neuen Traktes, der nahtlos an den Altbau des Fachkrankenhauses anschließt, ist schon weit fortgeschritten. Auf einer Fläche von 3 032 Quadratmetern finden in dem zweigeschossigen Gebäude dort vor allem Patientenzimmer und je Eatge ein Pflegestützpunkt Platz.

Die neue, zentral gelegene Station für die Intensivüberwachungspflege („Intermediate Care“) befindet sich im Obergeschoss und damit unweit von und auf einer Ebene mit den Operationssälen. 10,5 Millionen Euro wendet die Klinik auf, eine Million davon seien Fördermittel des Landes, sagte Dr. Ritter-Lang. 120 Mitarbeiter sind in der Einrichtung tätig, deren Anfänge an dem Standort rund 96 Jahre zurückliegen. Eine Erweiterung der Kapazitäten sei durch den Neubau jedoch nicht geplant, verdeutlichte Dr. Ritter-Lang seinem Gast. Es bleibe bei den 64 Betten, die aktuell zur Verfügung stehen. „Das Nadelöhr ist der OP“, so der Mediziner. Und in diesem Zusammenhang sei es allein schon medizinisch nicht sinnvoll, den Durchsatz der Operationssäle zu erhöhen. Vielmehr gehe es darum, für die Patienten aus dem In- und Ausland ein modernes und großzügigeres Ambiente zu schaffen.

Die bisherigen Räume im Altbau, teils noch als Mehrbettzimmer ausgelegt, seien beengt und letztlich für die Art der hiesigen Patienten nicht sonderlich geeignet (Nutzung von Gehhilfen, Physiotherapie). Der Altbau bleibe künftig komplett leer stehen. „Wir brauchen ihn dann auch nicht mehr“, erläuterte Dr. Ritter-Lang. Über eine Nachnutzung sei noch nicht entschieden. Appartements für Angehörige der Patienten, die teils weit anreisten, seien ebenso denkbar wie eine Vermietung an Unternehmen aus der Branche. Entschieden sei noch nichts.

Andere Ausstattung für Privat- und Zusatzversicherte

In dem Anbau werde es nur noch Ein- oder Zwei-Bett-Zimmer geben – und diese seien insbesondere wesentlich moderner und geräumiger. Das Erdgeschoss soll ausschließlich von Kassenpatienten genutzt werden. Die Etage darüber sei dann Privat- und Zusatzversicherten vorbehalten. Deren Zimmer seien „etwas schöner ausgestattet“ als die der Kassenpatienten, schilderte der Klinikums-Direktor weiter. Das sei aber keine Idee des Krankenhauses, betonte er. „Die privaten Krankenkassen reden da ein großes Wörtchen mit.“ Es gebe „klare Vorgaben“, wie ein Raum ausgestattet sein soll, etwa was die Armaturen in den Bädern, die Art und Größe der Spiegel oder der Bodenfliesen angeht. Deswegen gebe es eine „gewisse optische Abgrenzung“ zu den anderen Zimmern. Unabhängig, wer für den Aufenthalt aufkommt, sollen sich in jedem Raum Landschaftsaufnahmen wiederfinden, die das Klinikum von einem Fotografen in der Umgebung von Stenum aufnehmen lassen will.

Der Kostenanstieg in der Baubranche spiele für den Neubau keine große Rolle, sagte Dr. Ritter-Lang abschließend. Das liege vor allem daran, dass das Klinikum seine Aufträge nicht öffentlich ausschreiben musste. „Wir konnten die Verträge schon vor der Teuerung abschließen.“ Wessel lobte die Fachklinik als eine hervorragende Einrichtung mit einem guten Ruf über die Grenzen der Gemeinde hinaus. Sie sei fest in der Gemeinde verankert.

Entwurf eines Patientenzimmers.
Entwurf eines Patientenzimmers. © Ruge+Göllner
Der Rohbau eines großen Hauses. Im Hintergrund steht ein Kran.
Der Rohbau in Stenum ist weit fortgeschritten. © Franitza

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