49-Jähriger aus Bad Zwischenahn muss sich vor Gericht verantworten

Ex-Geschäftsführer soll Klinik in Stenum betrogen haben

Stenum/Delmenhorst - Der 49 Jahre alte ehemalige Geschäftsführer der Stenum Fachklinik für Orthopädie in der Gemeinde Ganderkesee steht wegen massiven Betrugsvorwürfen vor Gericht. Er soll seinen früheren Arbeitgeber in mehreren Fällen übervorteilt haben. Dabei ging es um Summen im sechsstelligen Bereich.

Am Donnerstag gab es eine erste Verhandlung beim Amtsgericht Delmenhorst. In deren Rahmen lehnte der Angeklagte eine Verurteilung zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und vier Monaten ab. Bedingung wäre ein Geständnis gewesen. Nun sind für September fünf Verhandlungstage angesetzt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 49-Jährigen laut Amtsgerichtsdirektor Hanspeter Teetzmann mehrere Fälle von Untreue und Betrug vor. Letzterer Vorwurf bezieht sich darauf, dass der Angeklagte in den Monaten Oktober, November und Dezember 2011 die Mitarbeiter der Klinik angewiesen haben soll, ihm sein Gehalt wie üblich auszuzahlen, obwohl eine Pfändung mit Vollstreckungstitel – unter anderem vom Finanzamt Westerstede – vorgelegen haben soll. Die Summen sind alles andere als klein: Es geht im Oktober und November um jeweils 10 800 Euro und im Dezember um 18 000 Euro pfändbares Einkommen.

Soweit zum Betrug. In Sachen Untreue geht es um drei Vorwürfe. Der Angeklagte war nicht nur Geschäftsführer der Klinik, sondern auch von zwei anderen Firmen im Therapiebereich in Cloppenburg und Lilienthal. Er soll der letztgenannten Firma im August/September 2011 ein 20 000-Euro-Darlehen des Klinikums Stenum vermittelt haben. Ohne jede Sicherheit. Das Geld soll dazu gedient haben, Schulden zu begleichen.

Zudem soll der 49-Jährige der Klinik Ende 2010 und Anfang 2011 Leistungen als Berater in Rechnung gestellt haben, die er nicht erbracht haben soll. Zum Zeitpunkt der angeblichen Beratung war die Klinik noch ein Verein, erst später folgte die Umwandlung zur gemeinnützigen GmbH mit dem Bad Zwischenahner als Geschäftsführer. Der Angeklagte soll 47 600 und 95 200 Euro gefordert und schließlich 135 300 Euro von der Klinik erhalten haben.

Bleibt noch ein letzter Vorwurf: Der Angeklagte soll im Dezember 2011 für Pflichtverletzungen eines früheren Klinik-Geschäftsführers 250 000 Euro von einer Versicherung gefordert und erhalten haben. Das Geld soll allerdings nicht aufs Konto des Krankenhauses, sondern auf sein eigenes geflossen sein. In diesem Fall machte die Staatsanwaltschaft dem Spuk ein Ende: Sie arrestierte das Geld und leitete es an die Klinik weiter.

Der Angeklagte ist übrigens kein „unbeschriebenes Blatt“, sondern mehrfach vorbestraft. Wegen Untreue war er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. 

bor

Rubriklistenbild: © dpa

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