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Einbrecherbande entwendet 88 hochwertige E-Bikes

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Von: Dierk Rohdenburg

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Ab ins Gefängnis: Vor dem Landgericht Oldenburg wurde eine Diebesbande verurteilt.
Ab ins Gefängnis: Vor dem Landgericht Oldenburg wurde eine Diebesbande verurteilt. © dpa

Ganderkesee/Delmenhorst/Oldenburg – Im Prozess um den massenhaften Diebstahl von teuren E-Bikes sind fünf Mitglieder einer Diebesbande am Montag zu hohen Haftstrafen verurteilt worden.

Das Oldenburger Landgericht schickte die beiden Hauptangeklagten für viereinhalb Jahre ins Gefängnis, die drei Mitangeklagten müssen für drei Jahre hinter Gitter. Nach Überzeugung des Gerichtes sind die Beschuldigten für eine aufsehenerregende Diebstahlserie verantwortlich, begangen in den Jahren 2019 bis 2021 in Ganderkesee, Delmenhorst und Bremen.

Unter den Angeklagten im Alter von 29 bis 50 Jahren befinden sich sowohl die Fahrraddiebe als auch die Hehler, die die gestohlenen E-Bikes aufkauften und nach Litauen brachten. Die Kriminellen arbeiteten dabei Hand in Hand. Die Anklage listete insgesamt 88 Diebstähle auf, wobei die Dunkelziffer noch erheblich höher ausfallen dürfte. Quasi Nacht für Nacht zogen die Diebe los, um aus Schuppen, Garagen und Gebäuden die teuren Drahtesel zu stehlen.

Beute für den Transport ins Ausland vorbereitet

In Ganderkesee, Delmenhorst und Bremen unterhielt die Bande zu diesem Zweck Wohnungen und „Bunker“, die als Zwischenlager für die teuren Fahrräder dienten. Dort wurde die Beute für den Transport ins Ausland fertiggemacht. In einigen Fällen verloren die Geschädigten gleich zwei E-Bikes. Ein Elektrofahrrad konnte bis zu 5 000 Euro kosten. Die Diebe knackten die Schuppen und Garagen mit geradezu brachialer Gewalt auf. Die Fahrräder selbst waren dann nicht noch extra abgeschlossen gewesen. Dazu wurde am Montag aber geraten.

Für die Räder, die 5.000 Euro kosteten, zahlte der Hauptangeklagte als Hehler 500 Euro. Er will nicht gewusst haben, dass es sich dabei um Diebesgut gehandelt hat. Die Strafkammer glaubte ihm aber kein Wort. Als dieser Verdächtige die letzte Ladung E-Bikes nach Litauen bringen wollte, klickten an der Grenze die Handschellen.

Umfassendes Geständnis des Hauptbeschuldigten

Der Hauptbeschuldigte, der ebenfalls zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden ist, war der einzige im Verfahren gewesen, der ein umfassendes Geständnis abgelegt hat. Er machte seine Drogensucht für die Taten verantwortlich. Aufgrund seiner Abhängigkeit wurde am Montag neben der Verurteilung auch noch seine Unterbringung in der geschlossenen Entziehungsanstalt angeordnet. In der gestrigen Urteilsbegründung lobte die Vorsitzende Richterin ausdrücklich die akribische Ermittlungsarbeit der Delmenhorster Polizei.

Als die Bande ins Visier der Ermittler geraten war, wurden sie schließlich observiert, die Beamten hörten zu dem die Handys des kriminellen Quintetts ab. Vor den konspirativen Wohnungen und Bunkern hatte die Polizei sogar Überwachungskameras installiert.

Nachdem die Angeklagten festgenommen worden waren, wurden ihre Mobiltelefone ausgelesen. Die Beweislage war daher sehr gut: Denn die Einbrecher hatten mit ihren Smartphones nämlich sämtliche Elektrofahrräder, die sie gestohlen hatten, fotografiert.

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