„Oldenburg Alpacas“

Ein Herz für Alpakas: Madeleine Fortmann züchtet die flauschigen Tiere

Am 24. Februar geboren: die kleine Alpaka-Stute. Madeleine Fortmann züchtet die Tiere. Etwa 80 Stück von ihnen leben auf dem elterlichen Hof in Bürstel.
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Am 24. Februar geboren: die kleine Alpaka-Stute. Madeleine Fortmann züchtet die Tiere. Etwa 80 Stück von ihnen leben auf dem elterlichen Hof in Bürstel.

Bürstel – Jeden Tag ist sie umgeben von Alpakas. Seit 16 Jahren lebt die 31-jährige Madeleine Fortmann aus Bürstel mit den Tieren aus Südamerika zusammen. Alles hat damit angefangen, dass ihr Vater 50 Milchkühe auf seinem Hof hielt. Das habe sich irgendwann nicht mehr gelohnt. Ein Massenbetrieb sei für ihn nicht infrage gekommen, also schaute er sich nach einer Alternative um. Die fand er auch: die Alpaka-Zucht. Von da an gehörten die 19 Tiere aus Chile mit zur Familie Fortmann, erzählt die 31-Jährige.

Seit 2012 züchtet sie „Oldenburg Alpacas“

Seit 2012 züchtet Madeleine Fortmann die flauschigen Tiere unter dem Namen „Oldenburg Alpacas“ – vorher noch neben dem Studium, jetzt hauptberuflich. Sie züchtet die beiden Rassen, die es gibt: Suri und Huacaya. Letztere beschreibt die 31-Jährige mit dem Wort „teddybärartig“. Und das trifft zu, denn die Tiere sind total flauschig und besitzen viel Fell. Die andere Rasse sieht hingegen etwas zotteliger aus.

Angefangen hatte Fortmann mit zwei Stuten, mittlerweile sind es etwa 80 Tiere. Seit dem 24. Februar sogar eins mehr, weil Alpaka-Weibchen Tiberia Nachwuchs bekommen hat – eine Stute. Noch steht sie etwas wackelig auf den Beinen, aber sie schlägt sich wacker. „Der Puma ist der natürliche Feind in der Natur, deswegen kommen Alpakas nach der Geburt ziemlich schnell auf die Beine“, informiert Fortmann.

Fortmann hat Champions auf der Weide stehen

Was das kleine Alpakamädchen nicht weiß: Ihre Mama ist ein erfolgreicher Champion. Sie hat bereits mehrere Alpaka-Zuchtshows gewonnen. Die Tiere würden unter anderem nach ihrem Körperbau beurteilt. Der Vater des Nachwuchses, „Don Calli“, ist nicht weniger erfolgreich. Bis 2019 hatte er den „Best of Show“-Titel. Die Shows würden weltweit veranstaltet, berichtet Fortmann.

Für das Fohlen überlegt sie sich noch einen Namen, denn jedes ihrer Alpakas hat einen. Die Namensgebung mache sie vom Charakter abhängig. Die Züchterin berichtet, dass eine Geburt bei den Tieren immer etwas Besonderes sei. „Man wartet 11,5 Monate auf ein Fohlen. Das ist sehr lange.“ Zudem bekämen die Stuten meist nur eines. „Zwillinge sind selten.“ Im Oktober hatten sie zuletzt Nachwuchs bekommen.

Überall Alpakas: Madeleine Fortmann züchtet die Tiere in Bürstel.

Was die 31-Jährige an Alpakas so sehr mag? „Es sind sehr soziale Tiere und das strahlen sie auch aus. Sie sind sehr auf die Familie und Herde bezogen.“ Zudem seien sie intelligent. „Bei einem Feind würden sie nicht weglaufen, sie gehen auf ihn zu und geben einen Warnruf ab“, erklärt Fortmann, die nebenbei noch ihren Master in Agrarwissenschaften an der Kieler Uni macht. Vorher hatte sie im Umland eine landwirtschaftliche Ausbildung abgeschlossen und den Bachelor in Agrarwissenschaften an der Uni Bonn beendet. 2018 hat sie mit einer Alpaka-Richter-Ausbildung in den USA begonnen, die insgesamt vier Jahre gehe. Wegen der Pandemie pausiere sie im Moment aber.

Kulleraugen, Kussmund, Puschelohren und ein rundes Gesicht

Von der Ausstrahlung der Alpakas ist Fortmann besonders fasziniert. „Man merkt, wie ruhig sie sind. Sie haben die runden Kulleraugen, den Kussmund, die Puschelohren und das runde Gesicht“, schwärmt sie.

Auf der Koppel stehen ein paar Wannen mit Wasser gefüllt für die Tiere bereit. „Sie baden gern“, sagt Fortmann und lacht. Die Alpakas seien das ganze Jahr über auf der Weide. „Abends hole ich sie rein. Im Winter sind sie natürlich auch nicht so lange draußen wie im Sommer.“

Kleidungsstücke bietet sie im Hofladen an

Die 31-Jährige züchtet die Tiere zum einen, weil sie die Nachzuchten verkauft, zum anderen, um aus dem Vlies Kleidungsstücke herstellen zu lassen. Die Pullover, Bettdecken, Schals, Stirnbänder, Socken, Hausschuhe, Kuscheltiere und Garne bietet sie im Hofladen an. Ab einem Alter von acht oder neun Monaten verkaufe sie ein Alpaka – weltweit. „Der Markt wächst sehr stark“, bemerkt Fortmann. Ein Tier abzugeben, falle ihr jedes Mal schwer. „Ich ziehe sie auf, gebe ihnen Namen und trainiere sie.“

So weich: Das Vlies eines jungen Alpakas.

Bei der Zucht legt die 31-Jährige sowohl auf den Körperbau als auch auf die Qualität des Vlieses Wert – also wie weich, fein und glänzend es ist. „Es hat viel mehr Glanz als bei Schafen. Ich versuche, sie auf Glanz zu züchten“, so Fortmann. Dann greift sie sanft in das Vlies eines Tieres uns sagt: „Das ist super weich und kratzt nicht. Das ist besser als Kaschmir.“

Seit elf Jahren schert sie die Alpakas selbst. „Das habe ich mit 16 in Chile gelernt“, berichtet sie. Einmal im Jahr würden die Vierbeiner geschert. Diese Arbeit traue sich nicht jeder zu. „Es ist ganz anders als bei Schafen, weil sie größer sind. Man muss das Handling lernen.“

Alpaka-Wanderungen, Schnupperkurse, Führungen und Picknicks

Um anderen Haltern ihre Alpakas zu scheren, ist Fortmann schon bis nach Österreich gefahren. Sie bietet auch Scher- und Zuchtkurse sowie Alpaka-Wanderungen, Schnupperkurse, Führungen und Picknicks zwischen Alpakas an.

Darf sich eigentlich jeder so ein süßes Tier zuhause halten? Nein, denn es müssten bestimmte Grundvoraussetzungen erfüllt sein, erklärt die Züchterin. „Zwei Alpakas brauchen eine Weidefläche von mindestens 1 000 Quadratmetern und mindestens je 100 Quadratmeter mehr für jedes weitere.“ Zudem dürfe man sie nur zu zweit halten, weil es Herdentiere sind.

Dass sie die Arbeit mit den Vierbeinern liebt, merkt man. „Ich mache etwas, was mir Spaß macht. Klar, es muss sich auch rechnen, aber man hat so viel Freude an den Tieren“, sagt die Alpaka-Liebhaberin und lächelt. „Das ist meine Leidenschaft. Das ist das, was ich jeden Tag machen möchte.“

Weitere Infos

gibt es online unter www.oldenburg-alpacas.de/home.html

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