Ehemaliger Minister und aktueller DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters hält Vortrag

Politischer Veteran berichtet über Flüchtlingskrise

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DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters erzählt in Ganderkesee seine Sicht auf die Flüchtlingskrise.

Ganderkesee - Er war Innen- und Kanzleramtsminister unter Helmut Kohl, saß 33 Jahre im Bundestag und ist seit 13 Jahren Präsident des Deutschen Roten Kreuzes: Am Dienstag, 1. März, ab 17 Uhr erzählt Dr. Rudolf Seiters im Gymnasium „Am Steinacker“ in Ganderkesee, wie er die Flüchtlingskrise sieht und wie sie zu bewältigen ist. „Gemeinsam geht fast alles...“ lautet der Titel seines Vortrags, der auch einen Diskussionsteil beinhaltet.

Der Direktor der regio-Volkshochschule Ganderkesee-Hude, Rolf Schütze, blickt dem Termin schon voller Spannung entgegen. „Ich freue mich riesig“, sagte er am Dienstag. Seiters sei ein Mensch, „der Lösungen anbietet, ein hoch profilierter, sehr erfahrener und über die Parteigrenzen hinweg angesehener Politiker“.

Zufällig wohnt der 78-Jährige in Papenburg und kommt hin und wieder auf dem Heimweg von Berlin an Ganderkesee vorbei. Das habe sich zu Gunsten des Vortrags in der 30000-Einwohner-Gemeinde ausgewirkt, berichteten Schütze und der Leiter des DRK-Kreisverbands Gerold Sprung. In die Aula des Gymnasiums in Ganderkesee passen bis zu 300 Besucher. Der Eintritt ist kostenlos.

Schütze erhofft sich „den ein oder anderen Satz, der richtungsweisend ist“ von Seiters´, der sich nicht mehr so stark am politischen Tagesgeschäft orientieren müsse. In dem Titel, „Gemeinsam geht fast alles...“, stecke die Aussage der Kanzlerin, „Wir schaffen das“, aber durch das „fast“ spiegele sich auch ein wenig die aktuelle Zwiespältigkeit in der Debatte um die Bewältigung der Flüchtlingskrise wider.

In einem Gastbeitrag hat Seiters sich im Oktober zu der Herausforderung geäußert. Man könne bereits aus der Krise Anfang der 1990er-Jahre lernen, als 440000 Zufluchtsuchende nach Deutschland gekommen seien. Er forderte die europäische Zusammenarbeit ein. „Das Bild, das Europa derzeit gegenüber der Not und dem Elend vieler Flüchtlinge abgibt, ist allerdings leider nicht das Bild einer solidarischen Wertegemeinschaft“, bemängelte er jedoch. Gleichzeitig will er auch nicht alle Flüchtlinge ins Land lassen: „Wir müssen die Unterscheidung treffen zwischen Menschen, die aus sicheren Drittstaaten kommen, und denen, die politisch verfolgt oder in Lebensgefahr sind.“

Als Bundesinnenminister habe Seiters sich bei der Aushandlung des damaligen Asylkompromisses zwischen SPD und CDU zurückgehalten, schreibt die Konrad-Adenauer-Stiftung über den konservativen Politiker. Gleichwohl habe Seiters sich sehr geradlinig verhalten, als er wegen eines bei einer Festnahme erschossenen GSG-9-Beamten seinen Rücktritt eingereicht habe.

bor

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