Die Schwierigkeiten der Frachtvermittlung

Für das international handelnde Unternehmen Cetex-Rheinfaser ist die Pandemie eine Herausforderung

 Ralf Wessel und Geschäftsführer von Cetex-Rheinfaser Malte Smolna in der Lagerhalle des Betriebs.
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Um über die Lage des Unternehmens zu sprechen, besuchte der Bürgermeisterkandidat für Ganderkesee Ralf Wessel (CDU) (l.) am Donnerstag den Geschäftsführer Malte Smolna.

Das im März havarierte Containerschiff „Evergiven“ wird wegen der ungeklärten Schadensersatzsituation weiterhin in Ägypten festgehalten. Somit auch dessen Fracht, zu der auch die drei Container des Unternehmens Cetex-Rheinfaser aus Ganderkesee, die mit etwa 72 Tonnen Faserstoffen beladen sind. Dies sei aber nur eines der internationalen Handelsprobleme des Unternehmens, erzählt Geschäftsführer Malte Smolna beim Besuch des Bürgermeisterkandidaten für Ganderkesee Ralf Wessel (CDU).

  • Cetex-Rheinfaser ist ein international Tätiges Handelsunternehmen aus Ganderkesee.
  • Bei einem Besuch des Bürgermeisterkandidaten für Ganderkesee Ralf Wessel (CDU) spricht der Geschäftsführer über die Lage des Unternehmens.
  • Die Pandemie stellt dabei die Firma vor besondere Herausforderungen.

Ganderkesee – Cetex-Rheinfaser beschafft und lagert Faserstoffe aus Polyester und Viskose. Importiert werde unter anderem aus Indien, Südkorea und China, um die Fasern an verschiedenste Abnehmer in Deutschland und der EU wieder zu verkaufen. Letztendlich seien die Kunststoffe dann in Produkten wie Kissenfüllungen, Polstern, oder in Windeln zu finden. „Wir sind Spezialisten in der Kommissionierung und Just-in-time-Lieferung“, erzählt Smolna. Aus diesem Grund seien im Normalfall immer rund 3 700 Tonnen der Fasern in Containern rund um die Welt unterwegs.

In der Coronazeit geriet das Konzept der schnellen Lieferung aber ins Stocken. „Seit März vergangenen Jahres sind wir extrem mit der Frachtvermittlung beschäftigt“, so Smolna. Zu Beginn der Pandemie hätten viele Unternehmen ihre Produktion gestoppt, die wenigsten wollten noch beliefert werden. „Als im Sommer dann das Geschäft wieder losging, konnten wir wegen der hohen Nachfrage nicht alle Kunden gleichzeitig versorgen.“ Dies liege an den verschiedenen Coronasituationen vor Ort und den Reedereien.

„Die haben uns den Handel nicht leicht gemacht. Sie haben Preisabsprachen getroffen“, so Smolna. Plötzlich habe der Transport der Fracht etwa fünfmal so viel gekostet wie vor der Pandemie. „Diese Kosten müssen dann natürlich etwas umverteilt werden.“ Die Produzenten hätten ebenso mehr zahlen müssen, wie das Handelsunternehmen. „In Zukunft werden aber die Kunden die Mehrkosten tragen müssen.“

Wir haben während Corona auch mal einen Cent mehr verdient.

Malte Smolna, Geschäftsführer von Cetex-Rheinfaser

Trotz all dessen sei die Firma gut aufgestellt. „Wir haben während Corona auch mal einen Cent mehr verdient“, räumt Smolna ein. Das läge an der kurzfristen Verfügbarkeit der Faserstoffe. „Das ist unsere Stärke. Wir können liefern, andere nicht.“ Das anhaltende Problem mit den Reedereien mache die Preiskalkulation nicht einfacher. „Diese Zeit ist schon sehr anstrengend“, verrät Smolna. „Aber ehrlicherweise macht sie mir auch Spaß. Es gibt mehr zu managen.“

In den kommenden Monaten werde es noch einmal komplizierter mit der Frachtvermittlung. „Ab Juli beginnt der Transport für die Produktion rund um das Weihnachtsgeschäft. Da werden wir auch wieder ordentlich mit den Frachten zu tun bekommen.“

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