Migranten lernen die deutsche Sprache

Bund fördert Sprachlerncamp in Ganderkesee

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Astrid und Klaus Fuchs von der Bürgerstiftung Ganderkesee sowie Claudia Kay (v.l.) vom RUZ Hollen freuen sich, dass die Finanzierung des Sprachlerncamps auch für kommendes Jahr gesichert ist.

Ganderkesee - Von Phillip Petzold. Nach drei Jahren ist Schluss: Die Lotto-Sport-Stiftung bezuschusst das Sprachlerncamp Hollen in Ganderkesee im kommenden Jahr nicht mehr. Für den Großteil der Kosten von jährlich rund 12 000 Euro kommt künftig der Bund auf.

Zufällig war Klaus Fuchs, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Ganderkesee, auf die Fördermöglichkeit durch das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) gestoßen. Ob das Camp, das die Stiftung mit dem Regionalen Umweltbildungszentrum Hollen (RUZ) durchführt, aber überhaupt geeignet ist, um durch das Programm gefördert zu werden, war lange unklar. „Der Förderantrag war die größte Hürde“, berichtete Fuchs am Donnerstag. „Es hat trotzdem funktioniert.“ 9.700 Euro gibt es im kommenden Jahr vom Ministerium im Rahmen des Programms „500 Landinitiativen – Förderung für ehrenamtliches Engagement zur Integration von Flüchtlingen“. So ist die Finanzierung zumindest für das kommende Jahr gesichert. In Frage kommen nur Gemeinden mit bis zu 35. 000 Einwohnern – Ganderkesee lag 2016 bei rund 31. 550. Damit will das BMEL Geflüchtete dazu motivieren, sich in ländlichen Regionen niederzulassen und nicht bei erster Gelegenheit in die Großstädte abzuwandern. Zumal sich dort häufig Ernüchterung einstellte, meint Fuchs und erzählte von befreundeten Flüchtlingen, die mittlerweile bereuen, nach Berlin gegangen seien. „Sie erzählen, dass es in Ganderkesee am schönsten war.“ In ländlichen Kommunen sei außerdem die Betreuung intensiver, als dies Großstädte leisten können.

Nächste Woche Sprachlerncamp

Das nächste Sprachlerncamp startet bereits in der kommenden Woche. Von Montag bis Sonnabend lernen bis zu 22 Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren spielerisch die deutsche Sprache kennen. Dazu werden die Mädchen und Jungen in vier Gruppen eingeteilt, in denen sie dann verschiedene Aufgaben erledigen. Auf dem Programm stehen unter anderem eine Schatzsuche und gemeinsames Kochen. Auch RUZ-Klassiker wie die Herstellung von Apfelsaft aus Streuobst sind dabei, berichtete Claudia Kay vom RUZ.

Die Gesamtkosten von rund 12. 000 Euro sind vor allem dem Personalaufwand geschuldet. Denn der Betreuungsschlüssel ist hoch: etwa 20 Personen sollen dafür sorgen, dass die Woche den Spracherwerb der Kinder fördert. Die restlichen Kosten werden von anderen Sponsoren abgedeckt, darunter der Landkreis Oldenburg und die Gemeinde Ganderkesee

Die Schulen seien von der Aktion begeistert, berichtet Astrid Fuchs von der Bürgerstiftung. Durch das Camp würden die Kinder auch während der Ferien deutsch sprechen und somit keine zweiwöchige Pause entstehen.

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