Bürgerstiftung Ganderkesee plant gemeinsames Essen für Alleinstehende

Projekt gegen Einsamkeit an Heiligabend

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Setzen sich ein: Friedrich Mohn vom Wichernstift, Irene Sandkuhl, Wiebke Steinmetz, Ingeborg Biallas und Klaus Fuchs (v. l.) von der Bürgerstiftung.

Ganderkesee - Von Ove Bornholt. An Heiligabend allein vor dem Fernseher? Das muss nicht sein, meint die Bürgerstiftung Ganderkesee.

Deswegen laden Ingeborg Biallas und zwei Mitstreiterinnen einsame Alleinstehende aber auch Paare im Namen der Bürgerstiftung zu einem Büfett mit kulturellem Anteil aus Texten und Musik ins Haus Müller, Ring 24, in Ganderkesee ein. Los geht es am 24. Dezember um 18.30 Uhr.

„Auch in der Gemeinde Ganderkesee gibt es sicher Menschen, die an diesem Abend allein sind“, vermutet Biallas. Bei diesen würde dann nur das Fernsehgerät laufen, befürchtet sie und deswegen plant die Seniorin einen schönen Abend in Gesellschaft. Bei den Gästen sei es „egal, wie alt und welcher Konfession“ sie sind. Es gehe um ein paar schöne Stunden am Heiligen Abend. Biallas hat schon ein paar Texte zum Vorlesen vorbereitet. „Wir möchten es aber neutral halten“, sagt sie mit Blick auf Gäste, die vielleicht nicht gläubige Christen sind.

Die Veranstaltung geht zum ersten Mal in der Gemeinde über die Bühne. Auch deswegen kann die engagierte Frau nicht einschätzen, wer kommt. „Wir wissen es nicht, aber wir sind auf jeden Fall auf alle Menschen vorbereitet“, versichert sie. 40 bis 50 Plätze stehen im Haus Müller, das weihnachtlich dekoriert sein soll, zur Verfügung. Umsonst ist die Veranstaltung allerdings nicht, deswegen möchte Biallas einen Kostenbeitrag in Höhe von zehn Euro von den Gästen erheben. Diese müssen sich auch anmelden, damit die Planung leichter fällt. Dies ist bis zum 15. Dezember unter Tel. 04222/9479687 möglich.

Nahezu im gleichen Atemzug informierte die Bürgerstiftung am Donnerstag auch über eines ihrer anderen Projekte. Seit Anfang des Jahres besuchen Irene Sandkuhl und vier andere Frauen Senioren im Wichernstift in Ganderkesee. Der Anteil an dementen Einwohnern ist hoch, aber einige der Bewohner erinnern sich an vorherige Besuche und freuen sich schon im Vorfeld auf die Frauen, berichtet Heimleiter Friedrich Mohn.

Sandkuhl und die anderen Ehrenamtlichen kommen einmal im Monat. Dann lesen sie den älteren Menschen Geschichten vor oder bereiten mit ihnen Essen zu. Dabei komme es hin und wieder zu munteren Unterhaltungen, erzählt Sandkuhl.

Manchmal bleibt die Resonanz allerdings auch etwas dürftig. Bei einem Termin sollten die Bewohner Obst und Gemüse schneiden, um daraus mit Milchprodukten Smoothies, also Mixgetränke, herzustellen. Dazu hatten die Senioren allerdings nicht so recht Lust. „Wir kriegen hier ja was“, hätten sie gesagt.

Auch wenn nicht immer alles so gut klappt wie gedacht, ist Heimleiter Mohn sehr angetan von dem ergänzenden Angebot. Die Bewohner seien konzentriert, berichtet er. „So entsteht eine Bindung.“

Offenbar fassen die Senioren auch Vertrauen zu den Frauen, die zu Besuch sind. So erzählen sie von ihrem Alltag. „Eine Frau berichtete, was ihr Lebensgefährte alles tun und lassen soll“, erinnert sich Sandkuhl und lächelt dabei.

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