Bürgermeisterin begrüßt sechs Wandergesellen

Walz von Tirol nach Ganderkesee

+
Pius Triendl (Zimmermann aus Tirol), Mark Wörle (Steinmetz aus der Nähe von Heilbronn), Tillman Ruppelt (Tischler aus Hamburg), Sven Hönig (Steinmetz aus der Nähe von Nürnberg), Fabian Hopp (Zimmermann aus Bayreuth) und Jonathan Wertmann (Zimmermann aus Potsdam, von links) besuchten Bürgermeisterin Alice Gerken in Ganderkesee.

Ganderkesee - Eine ungewöhnlich große Gruppe reisender Handwerksgesellen hat am Dienstagmorgen im Rahmen der traditionellen Walz im Ganderkeseer Rathaus Station gemacht. Gleich sechs Gesellen aus drei Gewerken baten Bürgermeisterin Alice Gerken um einen Obolus sowie den Eintrag ins Wanderbuch. Einer der jungen Männer, Pius Triendl, kommt sogar aus dem fernen Tirol.

Auf Wanderschaft darf heute nur gehen, wer die Gesellenprüfung bestanden hat, ledig, kinderlos, schuldenfrei und unter 30 Jahre alt ist. Hintergrund für diese Regeln: Die Wanderschaft soll nicht etwa als „Flucht“ vor Verantwortung missbraucht werden.

Da ein hoher Prozentsatz der „Fremden“ Zimmerleute sind und sich die Tradition der Wanderschaft bei diesen am besten und längsten erhalten hat, ist es kaum bekannt, dass auch Gesellen anderer Gewerke auf die Reise gehen können. Tatsächlich ist die Walz in 32 verschiedenen Handwerksberufen möglich, wenn auch nicht verpflichtend.

Smartphoneverbot während der Walz

Die Sechsergruppe im Ganderkeseer Rathaus befindet sich auf der Durchreise von Bremen nach Oldenburg. Traditionell dürfen sie nur zu Fuß oder als Anhalter unterwegs sein. In der jetzigen Konstellation wird die Gruppe vermutlich nicht lange beisammen bleiben. Nur einige „Fremde“ sind fest gemeinsam unterwegs, hinzu kommen viele Zufallsbegegnungen. Eigene Smartphones und internetfähige Geräte sind während der Walz übrigens verboten. Auch darf der Heimatort während der langen Reise, die mindestens drei Jahre und einen Tag dauert, nicht betreten werden, auch nicht an Feiertagen.

Bürgermeisterin Gerken wünschte der Gruppe nach dem obligatorischen Eintrag mit Stempel ins Wanderbuch eine gute Reise und viel Erfolg auf der traditionellen Walz. „Wir bekommen immer mal wieder Besuch von Wandergesellen. Das sind sehr beeindruckende junge Menschen, die sich bewusst für eine anstrengende und entbehrungsreiche Zeit, aber auch für erfüllte Jahre in völliger Freiheit entschieden haben“, meinte die Verwaltungschefin.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Sieg gegen Real: Atlético Madrid holt UEFA-Supercup

Sieg gegen Real: Atlético Madrid holt UEFA-Supercup

Weiter Vermisste unter Trümmern in Genua

Weiter Vermisste unter Trümmern in Genua

Mia san wieder weg: Abschiede vom FC Bayern nach einem Jahr

Mia san wieder weg: Abschiede vom FC Bayern nach einem Jahr

Ford Focus im Test: Aller guten Dinge sind vier

Ford Focus im Test: Aller guten Dinge sind vier

Meistgelesene Artikel

Bald keine Starts und Landungen mehr in Ahlhorn?

Bald keine Starts und Landungen mehr in Ahlhorn?

Teurer Brandschutz: 600.000 Euro mehr für Umzug der Polizei

Teurer Brandschutz: 600.000 Euro mehr für Umzug der Polizei

Unfall in Dötlingen: 50-jähriger Motorradfahrer schwer verletzt

Unfall in Dötlingen: 50-jähriger Motorradfahrer schwer verletzt

Moto-Cross-Club gibt Vollgas beim Kauf der Rennstrecke

Moto-Cross-Club gibt Vollgas beim Kauf der Rennstrecke

Kommentare