Für ein besseres Leben

Organisation „Riverboat Doctors International“ engagiert sich seit 15 Jahren für Gambia

+
Die Ärztin Caroline Jenckel aus München hat im Oktober 2016 für vier Wochen im Health Center in Buniadu gearbeitet.

Bookholzberg - Von Lara Terrasi. „Ich bin schon ein klein wenig stolz auf das, was wir geschafft haben“, sagt Christian Göken, erster Vorsitzender des Vereins „Riverboat Doctors International“ (RDI). In diesem Jahr feiert die Organisation ihr 15-jähriges Bestehen und kann auf erfolgreiche Jahre zurückschauen.

Die gemeinnützige Organisation, ansässig in Bookholzberg, kümmert sich um eine Gesundheitsstation und einen Kindergarten in dem Dorf Buniadu im westafrikanischen Land Gambia. Das Ehepaar Heike und Heiner Tautz hatte den Verein 2004 in Köln gegründet. Während ihrer Reise durch Westafrika seien ihnen die schlechten Bedingungen dort aufgefallen. Aus diesem Grund hatten sie sich entschlossen, einen Verein zu gründen, informiert Göken.

Der Name „Riverboat Doctors International“ wurde gewählt, weil der Verein die Menschen zunächst vom Ufer aus medizinisch versorgen wollte. Doch das wäre zu teuer gewesen, sagt Göken. Die Familie Tautz hatte sich während ihrer Reise entschieden, in Buniadu, am Ufer des Gambia-Flusses, in einem leer stehenden Haus eine Gesundheitsstation einzurichten. So kam es, dass dort 2007 das „Health Center“ eröffnet wurde. Heike Tautz ist gelernte Krankenschwester und übernahm daher die Leitung des Zentrums. „Die Gründer haben dann alles in die Wege geleitet. Die Renovierungsarbeiten wurden durch Spenden bezahlt“, erzählt er. Aus gesundheitlichen Gründen ist das Ehepaar jedoch 2016 nach Deutschland zurückkehrt und aus dem Verein ausgetreten.

So sah der Kindergarten noch vor den Renovierungsarbeiten aus.

Das Gebäude war stark sanierungsbedürftig. Zudem waren weder Strom noch fließendes Wasser vorhanden. „Wir haben Tiefbrunnen gebohrt, einen Wasserturm und einen Verbrennungsofen für Müll gebaut“, sagt Göken. Er ist seit 2006 Mitglied des Vereins. „In Oldenburg habe ich gesehen, wie der Verein Container beladen hat. Das Gründerpaar war auch vor Ort und so bin ich mit ihnen ins Gespräch gekommen“, erzählt der 43-Jährige. So kam es, dass er dem Verein beigetreten ist. 2010 war er das erste Mal in Gambia.

Renoviert und neu möbliert: Der Raum wurde mit einer moderneren Tafel und neuen Tischen und Stühlen ausgestattet.

Im Sommer 2017 hat der Verein einen Kindergarten in Buniadu übernommen. Innerhalb desselben Jahres wurde er komplett saniert. Ein Jahr später haben Mitarbeiter aus dem Dorf das Gebäude um einen dritten Raum erweitert. Dann wurde die Neueröffnung gefeiert. „Mittlerweile gehen um die 100 Kinder in den Kindergarten. Der Platz war vorher einfach zu klein“, erzählt der 43-Jährige. Jungen und Mädchen im Alter von drei bis sechs Jahren besuchen die Einrichtung. „Aber sie lernen dort auch schon das Lesen und Schreiben. Es ist anders als in den deutschen Kindergärten“, sagt er. Bei den Planungen hat die gambische Organisation „Project Aid The Gambia“ geholfen, die seit 2017 Kooperationspartner des RDI ist.

Christian Göken, erster Vorsitzender des Vereins

Im vergangenen Jahr baute der deutsche Verein eine Unterkunft für das gambische Personal und die freiwilligen Helfer aus Deutschland. Mittlerweile besteht der RDI aus circa 85 Mitgliedern, die aus der Schweiz, Österreich und Deutschland stammen. „Wir finanzieren uns durch Spenden und den Mitgliedsbeiträgen. Im Jahr fallen Kosten um die 35 000 Euro an.“ Insgesamt arbeiten 14 gambische Mitarbeiter im Kindergarten und in der Gesundheitsstation. Die Krankenschwestern behandeln um die 1 000 Patienten im Monat.

Göken plant, dieses Jahr wieder nach Buniadu zu reisen. „Ab Juni fliegt auch ein Pärchen hin“, sagt er. Inzwischen werden sowohl der Kindergarten als auch das „Health Center“ von gambischem Personal geleitet. „Das ist auch ganz gut so. Die wissen sich besser zu helfen, was das Improvisieren angeht“, berichtet er. Dort gebe es immer genug zu tun. Aus diesem Grund fliegen regelmäßig freiwillige Helfer sowie Ärzte dorthin. Projekte für die Zukunft seien daher noch nicht geplant.

Weitere Informationen

online unter www.rdi-ev.de.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Löw-Team bucht EM-Ticket - "Sehr zufrieden"

Löw-Team bucht EM-Ticket - "Sehr zufrieden"

Jahrestag der Proteste: "Gelbwesten" demonstrieren in Paris

Jahrestag der Proteste: "Gelbwesten" demonstrieren in Paris

Baerbock und Habeck erneut an die Spitze der Grünen gewählt

Baerbock und Habeck erneut an die Spitze der Grünen gewählt

Jugendliche gestalten Volkstrauertag in Verden

Jugendliche gestalten Volkstrauertag in Verden

Meistgelesene Artikel

Einsatz in Neerstedt: Großer Abfallhaufen in Flammen

Einsatz in Neerstedt: Großer Abfallhaufen in Flammen

Vereine können Auto gewinnen

Vereine können Auto gewinnen

Wildeshausen-West: Bürgermeister Jens Kuraschinski im Interview zu aktuellen Entwicklungen 

Wildeshausen-West: Bürgermeister Jens Kuraschinski im Interview zu aktuellen Entwicklungen 

Nissan steht bei Probefahrt auf A28 plötzlich in Vollbrand

Nissan steht bei Probefahrt auf A28 plötzlich in Vollbrand

Kommentare