Angeklagter hat Erfolg mit seiner Berufung

Halbes Kilo Marihuana: Kein Gefängnis

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Mediengruppe Kreiszeitung

Ganderkkesee - Mit der Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichtes in Delmenhorst hat ein 29-jähriger Bauarbeiter Erfolg gehabt. Das Oldenburger Landgericht als Berufungsinstanz milderte am Montag das erste Urteil ab und verurteilte den Angeklagten wegen unerlaubter Einfuhr und Handeltreibens mit Rauschgift zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Nach dem ersten Urteil hätte der Angeklagte noch für zwei Jahre und drei Monate ins Gefängnis gemusst.

Polizei und Zoll hatten den jungen Mann am 30. Oktober vergangenen Jahres auf der Rastanlage Hasbruch in der Gemeinde Ganderkesee kontrolliert. Hinter dem Beifahrersitz fanden die Beamten einen vakuumverpackten Sack mit 577 Gramm Marihuana.

Die Geschichte des Angeklagten bezüglich der Drogen klang dem ersten Urteil zufolge „völlig unplausibel“. Er hatte zugegeben, den Sack mit dem Rauschgift in den Niederlanden erworben zu haben, ohne groß den Inhalt des Sackes zu überprüfen.

Er will für das Rauschgift 350 Euro bezahlt haben. Dabei liegt der Einkaufspreis für Marihuana bei rund fünf Euro pro Gramm. Bei der eingekauften Menge hätte der Angeklagte also mindestens 2500 Euro hinlegen müssen. Aber es kam noch härter. Er behauptete, die Drogen seien für den Eigenbedarf gedacht gewesen. Keineswegs habe er sie verkaufen wollen. „So viel Rauschgift wird doch mit der Zeit schlecht“, zweifelten die Delmenhorster wie auch die Oldenburger Richter.

Damit standen Drogenschmuggel und Handeltreiben fest. Das Rauschgift war jedoch nicht in den Handel gelangt. Zudem hat der Angeklagte zwei Kinder, einen Job und will in wenigen Wochen heiraten. Unter anderem wegen dieser Gründe bewegen das Gericht zu einer Bewährungsstrafe.

wz

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