Havekoster Kreuzung: Fachausschuss des Landkreises dringt auf Lösung für Unfallschwerpunkt

Ampel soll künftig für Sicherheit sorgen

Leider kein seltener Anblick: Unfall an der Kreuzung der B 213 bei Havekost.
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Leider kein seltener Anblick: Unfall an der Kreuzung der B 213 bei Havekost.

Wildeshausen/Havekost – Inhaltlich waren sich die Mitglieder des Bau-, Straßen- und Brandschutzausschuss des Landkreises Oldenburg am Dienstagnachmittag einig: So kann es mit der Kreuzung der Straßen bei Havekost nicht weitergehen. Der Bereich sei viel zu gefährlich, was zahlreiche und regelmäßige Unfälle bewiesen. Und tatsächlich ist nun eine Entschärfung der Situation möglich, wenngleich auch anders als von der Mehrheit des Gremiums gewünscht: Eine Ampel soll für mehr Sicherheit sorgen. Doch auch diese wird noch einige Zeit auf sich warten lassen.

„Das Thema begleitet uns im Kreistag schon seit 2006“, sagte Günter Westermann für die CDU-Fraktion. Diese hatte einen Antrag gestellt, die Lage durch einen Kreisverkehr zu entschärfen (wir berichteten). Immer wieder sei ergebnislos über eine Lösung beraten worden. Und immer wieder sei es zu Unfällen gekommen, sei Menschen Leid entstanden, mahnte Westermann, der in der Nähe der Kreuzung wohnt. „Das ist ein unhaltbarer Zustand.“ Für den Bau eines Kreisels gebe es dort ausreichend Platz, führte er den Antrag seiner Fraktion aus. Eine Ampel hingegen könnte den Verkehrsfluss behindern, insbesondere wenn die B 213 Umleitungsverkehr der A1 aufnehmen muss. Auch seien die Ortschaften Havekost und Hengsterholz gegenwärtig „zerschnitten“, das Sportheim Hengsterholz etwa sei mitunter kaum zu erreichen, die Einwohner hätten keine Hilfe, die Straße zu queren.

Die vermehrten Unfälle an der Kreuzung konnte Marion Daniel (FDP) zwar bestätigen, doch wünschte sie sich eine andere Lösung: „Als FDP sind wir grundsätzlich immer für Kreisel“, sagte sie. Doch hier halte sie eine Ampel eher für die geeignetere Lösung. Insbesondere, bei dem geschilderten Umleitungsverkehr von der Autobahn: Denn dann könnte ein Kreisel blockiert werden, sollte es zu einer kilometerlangen Autokolonne kommen.

An diesem Punkt unterbrach die Leiterin des zuständigen Amts für Bodenschutz und Abfallwirtschaft, Stephanie Siefken-Hahn, die Diskussion. „Rein rechtlich ist ein Kreisverkehr gar nicht zulässig“, erläuterte sie. An Schnittstellen von Bundes- und Kreisstraßen seien nur Lichtsignalanlagen erlaubt. Doch habe unter anderem die zuständige Verkehrsbehörde für den Bereich – die Gemeinde Ganderkesee – festgestellt, dass die Kreuzung einen Unfallschwerpunkt darstelle.

Ansgar Behrens, Leiter der Abteilung Planung bei der der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Oldenburg, bestätigte Siefken-Hahns erste Aussage. Die Regeln seien „kaskadisch“ aufgebaut: Eine „hochwertige“ Bundesstraße könne nicht mit einer Kreisstraße verknüpft werden. Diese kämen starken und schwachen Ästen mit unterschiedlichen Rechten gleich – in einem Kreisverkehr würden sie aber als gleichwertig verknüpft werden. Diese Lösung könne daher nicht zum Zuge kommen. Mittels Induktionsschleifen und Detektoren ließen sich Ampeln jedoch so steuern, dass der Verkehr auf der Bundesstraße den Vorrang behält. Durch die nun erfolgte Einstufung des Unfallgeschehens wäre die Behörde auch ohne Zutun des Ausschusses tätig geworden.

Sowohl in der Gemeinde Ganderkesee als auch beim Landkreis sei immer wieder über die Kreuzung diskutiert worden, sagte Reinhold Schütte (Grüne). Immer hätte es geheißen, dass keine Veränderung möglich sei, da es sich nicht um einen Unfallschwerpunkt handele. Nun sei es auf einmal doch möglich. Er müsse feststellen, dass es wohl leider „immer erst zu Unfällen kommen muss“, bedauerte er. „Ich wünschte mir, dass man da präventiver tätig wird.“ Zudem wollte er von Behrens unter anderem wissen, wie die Kostenunterschiede zwischen einem Kreisel und einer Ampelanlage aussehen.

Behrens wies die Aussage Schüttes zurück: Es stimme nicht, das gewartet werde. Und präventiv zu handeln bedeute nicht immer einen großen Umbau. Was die Kosten an der Stelle anbelange, so sei für einen Kreisel eine Million Euro „nicht abwegig“. Eine Ampelanlage schätze er auf rund 200 000 bis 300 000 Euro. Eine Umsetzung der Maßnahme könnte Ende 2021, Anfang 2022 möglich sein, prognostizierte er später.

Unabhängig von der Rechtslage diskutierte der Ausschuss noch weiter über das Für und Wider eines Kreisverkehrs. Alle Mitglieder des Gremiums unterstrichen jedoch die Gefährlichkeit der Kreuzung und die Notwendigkeit einer Lösung. Landrat Carsten Harings führte die Diskussion schließlich zusammen. Die Landesbehörde könne nichts für die Situation, sie sei letztlich auch auf die Bewertung anderer Stellen angewiesen, sagte er. Behrens habe jetzt ja seine Bereitschaft signalisiert, im Sinne des Ausschusses tätig zu werden. Das sah abschließend auch Westermann so: Dies sei „eine eindeutige Aussage“ seitens des Behördenvertreters. Im Interesse der Bevölkerung sei letztlich eine möglichst zeitnahe Lösung notwendig, eine Ampelanlage daher akzeptabel. Einmütig traf der Ausschuss den Beschluss, dass die Kreisverwaltung die Umsetzung einer „intelligenten Lichtanlage“ in Zusammenarbeit mit der Landesstraßenbehörde forcieren solle.  fra

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