SPD-Vorsitzender attackiert Filipov

Gabriel und IG Metall in Kritik vereint

Oldenburg - DELMENHORST (dn) · Fast fühlte man sich gestern an alte Zeiten erinnert. So, wie sich der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel gestern im Niedersächsischen Landtag in Hannover an die Seite der IG Metall stellte, das hatte etwas von vergangenen Tagen, als Genossen und Gewerkschaft sich noch richtig nahe standen. Und weil nichts so gut vereint wie ein gemeinsamer Gegner, haben die alten Bekannten zumindest im Streit bei der Atlas Maschinen GmbH in Delmenhorst, Vechta und Ganderkesee mal wieder einen gemeinsamen Nenner gefunden: die Kritik an Firmenchef Filip Filipov.

„Der Mann scheint mir etwas integrationsunwillig“, sagte Gabriel nach dem Gespräch mit Vertretern der IG Metall und mit Blick auf den Atlas-Eigner, der die Verhandlungen trotz des über einen Monat dauernden Streiks verweigert: „Aber bei Atlas darf kein Wildwest gespielt werden.“

Gabriel sagte der IG Metall um den Vorsitzenden des Verbands Oldenburg, Hartmut Tammen-Henke, alle Unterstützung zu. Er selbst wolle Filipov einen Brief schreiben und außerdem die amerikanische Botschaft einschalten. „Es geht hier um Law and Order“, verkündete Gabriel, „und es geht um die Frage, ob die Verfassung überhaupt noch etwas zählt. Ich sehe mit Sorge, dass das Tarifprinzip bundesweit bröckelt.“ Er schlug vor, einen Schlichter einzusetzen, um die verfahrene Situation aufzulösen.

Die wichtigste Erkenntnis des gestrigen Gesprächs allerdings dürften selbst die Streikenden nicht gerne hören: Gabriel erteilte Filipovs Vorschlag eines Vertrags nach Tarifbedingungen, den das Firmenmanagement mit dem Betriebsrat erarbeitet hat, eine Absage. Denn: „Der Betriebsrat ist keine Tarifpartei. Im Gegensatz zu Betriebsräten ist die Gewerkschaft nicht erpressbar.“

Tammen-Henke betonte jedoch, Filipovs Angebot sei „ein Erfolg, den wir erreicht haben. Aber wir brauchen Sicherheit für die Belegschaft.“ Schon zu oft seien die Mitarbeiter bei Atlas von Filipov enttäuscht worden: „Ein Tarifvertrag ist sicherer als Filipovs Versprechungen.“ Ob der Atlas-Chef dem zustimmt, ist aber mehr als ungewiss. Das Ende des Streiks scheint gestern nicht wirklich näher gerückt zu sein.

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