Hallenbad lieber gleich erneuern statt sanieren? / Info-Abend: Etwaigen Verkauf der Kläranlage angesprochen

„Für beide Maßnahmen ist kein Geld da“

Uwe Leinemann (rechts) erläuterte die Vorzüge eines neuen Krandelbades.

Wildeshausen - Von Martin Siemer· Das geschlossene Hallenbad im Kurbad am Krandel bewegt nach wie vor die Gemüter in Wildeshausen. Die zweite Informationsveranstaltung der Interessengemeinschaft Hallenbad Wildeshausen am Dienstagabend mobilisierte wiederum weit mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger. Im Rathaussaal bekamen die Befürworter eines Neubaus Gelegenheit, ihre Beweggründe und die Fakten darzulegen.

Uwe Leinemann, CDU-Ratsherr und Vorsitzender des Rates der Stadt Wildeshausen, übernahm die Vorstellung der Präsentation. Anhand der verschiedenen, von Fachgutachtern erstellten Expertisen zeigte er die Mängel im vorhandenen Hallenbad auf.

So seien die Beeinträchtigungen des Betons durch die Chloreinträge wirtschaftlich nicht sinnvoll zu beheben. Außerdem berücksichtigten die bisherigen Gutachten bei den Kostenschätzungen nicht die Sanitär- und Umkleidebereiche. „Ein von uns in Auftrag gegebenes Gutachten des Protec-Ingenieurbüros kommt zudem zu dem Schluss, dass bei einer umfangreichen Sanierung auch neue Bauvorschriften gelten würden.“ Die in Erwägung gezogene Montage einer Edelstahlwanne in das vorhandene Becken wirke sich negativ auf die Länge der Schwimmbahnen aus. Wettkampfgerechte Bedingungen seien dann nicht mehr gegeben, bestätigten die Vertreter der DLRG und des Schwimmvereins.

Leinemann bezifferte die Gesamtkosten für einen Neubau inklusive Nebenkosten und Mehrwertsteuer auf rund 12,5 Millionen Euro. Dem gegenüber steht ein Investitionsbedarf bei einer Sanierung von insgesamt 8,2 Millionen Euro.

„Für beide Maßnahmen hat Wildeshausen derzeit kein Geld“, betonte Leinemann. Als Alternative für die Finanzierung brachte er nochmals den Verkauf des Klärwerks an den Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) ins Gespräch (wir berichteten darüber). Kommunen im Landkreis, die ihre Abwasseranlagen bereits an den OOWV veräußert haben, hätten nur positive Erfahrungen gemacht, wusste Leinemann.

Am Montag, 1. November, beginnt um 20 Uhr die nächste Informationsveranstaltung im Rathaussaal.

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