Noch 28 Tage bis zum Stoppelmarkt / Bis zu 800 000 Besucher werden erwartet / Gelände ist 160 000 Quadratmeter groß

Fünfte Jahreszeit rückt immer näher

„Jan und Libett“ alias Enno Götze-Taske und Ulrike Schmidt sowie Vertreter der Stadt rühren in der gesamten Region die Werbetrommel für den 712. Stoppelmarkt.

Oldenburg - VECHTA (cs) · „Ich spare das ganze Jahr für den Stoppelmarkt.“ Dieser Ausspruch ist für Vechtaer Schüler nichts Ungewöhnliches. Doch nicht nur die Kinder, auch viele Erwachsene fiebern dem dritten Augustwochenende schon Monate vorher entgegen. In diesem Jahr müssen sie nicht mehr lange warten: In genau 28 Tagen beginnt die fünfte Jahreszeit in Vechta. Sechs Tage lang – vom 12. bis 17. August – sind nicht nur Vechtaer nur noch auf dem Marktgelände anzutreffen. Bis zu 800 000 Besucher werden erwartet.

Für die eingeschworenen Stoppelmarkt-Fans beginnt der Trubel bereits am Mittwoch, 11. August, mit dem inoffiziellen „Heiligabend“ mitten im Hochsommer.

Im Jahr 1298 hat es den wohl noch nicht gegeben. Damals wurde der Markt das erste Mal urkundlich erwähnt. In den ersten Jahrhunderten spielte sich das Geschehen aber noch innerhalb der Festungsmauern ab. Weil die Stadt im Jahr 1577 aber von der Pest heimgesucht wurde, trägt das Spektakel heute seinen Namen: Denn der Markt musste auf Felder außerhalb der Stadt verlegt werden – da standen noch Stoppelreste von der Ernte drauf. Die Herkunft des Namens ist also schon einmal geklärt.

Wie aber sieht der Markt heute aus, 712 Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung? Eine so große Party in diesen Ausmaßen wird es wohl vor sieben Jahrhunderten noch nicht gegeben haben. Mittlerweile ist das Marktgelände 160 000 Quadratmeter groß. Mehr als 500 Schausteller bauen Jahr für Jahr ihre Buden und Geschäfte auf. Darunter sind rund 20 Großfahrgeschäfte – hätten Menschen aus dem Mittelalter diese lauten, bunt beleuchteten und viele Meter hohen Bauten gesehen, wären sie wohl vom Glauben abgefallen.

Apropos Glauben: Der spielt im katholischen Vechta natürlich eine große Rolle. Wen wundert es also, dass am Stoppelmarkt-Sonntag, 15. August, in der großen Niedersachsenhalle ein Gottesdienst gefeiert wird? Tradition und Moderne liegen hier eben eng zusammen. Am Abend zuvor wird in der Niedersachsenhalle noch getanzt, getrunken und gefeiert – zu der Musik der Partyband „Live Sensation“.

Die spielt auch schon am Donnerstag. Vorher aber, ab 17 Uhr, wird der Stoppelmarkt mit dem großen Festumzug eingeläutet. Motivwagen, Musikkapellen und Fußgruppen ziehen von der Innenstadt Richtung Marktgelände. Am Amtmannsbult wird Vechtas Bürgermeister Uwe Bartels den Stoppelmarkt eröffnen. Und hier kommt wieder die Geschichte ins Spiel: Denn der Amtmannsbult gilt als historischer Platz, wurde hier doch früher das Marktgericht abgehalten.

Auf den Beinen sein sollten die Besucher spätestens am Freitag um 13 Uhr. Dann beginnt das bunte Treiben, unter anderem mit der Fahrgeschäfts-Happy-Hour von 15 bis 16 Uhr: Einmal zahlen, zweimal fahren heißt es in dieser Stunde. Auch am Sonnabend geht es um 13 Uhr los.

Am Montag werden die Vechtaer zu Frühaufstehern: Der traditionelle Pferde- und Viehmarkt beginnt schließlich bereits um 7 Uhr. Neben den Händlern werden hier auch viele Schaulustige erwartet, schließlich besiegeln Käufer und Verkäufer ihr Geschäft noch per Handschlag und das Vechtaer „Platt“ hallt durch die Reihen. Ebenfalls am Montag steht im Festzelt Kühling der alljährliche Empfang der Stadt Vechta für geladene Gäste an – Festredner ist in diesem Jahr Franz Müntefering.

Am Dienstag, 17. August (Beginn: 13 Uhr), steht die Familie im Mittelpunkt, ermäßigte Preise locken. Und wer weiß, ob während des Brillant-Höhenfeuerwerks (22 Uhr) zum Abschluss des Stoppelmarkts noch manch eine Träne vergossen wird – die Taschen sind leer, der Spaß vorbei. Aber der nächste Stoppelmarkt kommt bestimmt.

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