Marcel Sakautzky tauschte Schlagzeug gegen Gitarre / Mit „Zeitweise“ als Vorband von „Silbermond“ aufgetreten

Aus Frust und Trotz zum Erfolg

Von seiner Musik kann er mittlerweile leben: Marcel Sakautzky aus Delmenhorst.

Oldenburg - Von Pascal FaltermannDELMENHORST · Die erste Gitarre im Alter von 13 Jahren fristet erstmal ein Schattendasein. Marcel Sakautzky spielte Schlagzeug. Und das war auch gut so. Schließlich spielte der Vater das gleiche Instrument. Die Gitarre war mehr Dekoration als Musikinstrument. Erst als der jetzt 21-jährige Delmenhorster 16 Jahre alt war und das Schlagzeugspielen vom Vermieter untersagt wurde, weil dieser um die Bausubstanz seines Hauses fürchtete, nahm er das Saiteninstrument in die Hand.

„Ich fing an, anfangs aus Frust und Trotz, mich mit ihr zu beschäftigen“, blickt der Musiker zurück.

Die Zeit hat einiges verändert. Mittlerweile spielt der junge Gitarrist mit seiner Band „Zeitweise“ beispielsweise im ausverkauften Bremer Pier 2 vor 3 500 Menschen als Vorgruppe von „Silbermond“. Mit Künstlern wie „Selig“, Pohlmann, Curse, „Polarkreis18“ oder Muff Potter teilte er sich schon die Bühne. Bis dahin war es ein langer Weg.

Im Selbststudium ging es los. „Ich bin Autodidakt und hatte nie Unterricht“, erklärt Sakautzky. Mit den grundlegendsten Dingen wie den Akkorden startete er und arbeitete sich immer weiter vor. Er suchte sich Vorbilder, besorgte sich Platten, ließ sich von deren Musik beeinflussen und spielte dazu. „Das war auch der Moment in dem ich begriff, dass Musik mehr sein kann als bloß Musik. Dass Musik etwas mit dir macht – sowohl im Kopf, als auch im Herzen“, verdeutlicht Sakautzky. Das sei eine „ganz, ganz wichtige Erfahrung“ für ihn gewesen. Er entwickelte sich schnell weiter. Erfolge, die ihn motivierten und immer weiter machen ließen. In den ersten drei Jahren übte er pro Tag sechs bis sieben Stunden. „Während sich meine Schulfreunde trafen, um ins Kino zu gehen oder eine Runde Fußball auszutragen, saß ich zu Hause und spielte das komplette ‚Riding with the king‘-Album von BB King und Eric Clapton durch“, erklärt der Gitarrist. „Von vorne bis hinten, Note für Note.“

Das Elternhaus spielte bei der Entwicklung eine bedeutende Rolle. Musik und die Leidenschaft und Liebe zu ihr wurden immer wichtiger. Täglich sei sie sowohl gehört als auch gemacht worden. „Ich kam sehr früh in Kontakt mit ihr. Ich bin mit ihr aufgewachsen und kann mich nicht erinnern, mal ohne sie gewesen zu sein.“ Schon mit vier Jahren hatte ihn sein Vater ans Schlagzeug gesetzt. Und auch seine Mutter – früher selbst Musikerin – begeisterte ihn für die verschiedenen Richtungen. Von den Beatles bis zu den Stones, von Pink Floyd bis Kraftwerk.

Schon früh begann er damit, in Bands zu spielen. Gemeinsam mit seinem Vater und anderen älteren Musikern spielte er anfangs bei „Zeitweise“, bis klar wurde, dass sie das ganze professioneller angehen müssen, um irgendwann vielleicht von der Musik leben zu können. So entstand die jüngere, die aktuelle Besetzung. Das war Anfang 2007. Und jetzt? Bei einer Show im nordrheinwestfälischen Dülmen trafen die „Zeitweise“-Musiker auf den Produzenten Jörg Umbreit, der die Band unter seine Obhut nahm und begann, sie in den Principal Studios, in denen bereits Gruppen wie die Toten Hosen und die Söhne Mannheims gearbeitet haben, auf eine erste Albumproduktion vorzubereiten. Beste Voraussetzungen, um richtig durchzustarten.

Von der Musik leben kann Sakautzky mittlerweile. Er spielt auch als Gitarrist des deutschen Blues-Pianisten Alexander Blume, mit dem es im März und April auf Tour durch Polen und Litauen geht. Außerdem musiziert der 21-Jährige für den Bremer Michael Rapp. Und nebenher arbeitet er als Dozent für E-Gitarre, Songwriting und Bandcoaching.

Doch ob sich der richtige Erfolg einstellen wird, steht noch in den Sternen. Sakautzky zitiert dazu Helmut Krumminga: „Man muss schon ziemlich verrückt sein daran zu glauben, dass das alles schon irgendwie funktionieren wird. Nur: Genau diese Verrücktheit unterscheidet die, die's schaffen von denen, die's nicht schaffen und wenn du nicht daran glaubst, brauchst du es gar nicht erst versuchen!“.

Mehr Infos im Internet unter http://www.myspace.com/marcelsakautzky.

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