Die Arbeiten am „Schlauen Haus“ in Oldenburg schreiten voran, doch die Kritik reißt nicht ab

Frotzeleien zum Richtfest

Noch steht nur das Modell, doch bald soll das „Schlaue Haus“ in Oldenburg Besucher anziehen.

Oldenburg - OLDENBURG (dn) · Der Name verspricht einiges: „Das Schlaue Haus“. Kurz, knapp, medienwirksam. Und umstritten: Das Gebäude, das der Stadt Oldenburg zufolge „ein Haus für Bürger und Wissenschaft“ werden soll und am Donnerstag Richtfest feiern durfte, hat in Oldenburg mehr Feinde als Freunde, zumindest in der Politik.

„Die Landesgelder, ohne die der Bau nicht möglich wäre, fehlen an anderer Stelle, „echauffiert sich beispielsweise der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Rolf Grösch, und steht damit offenbar nicht alleine da. Im September 2009 hatte der Stadtrat mit der deutlichen Mehrheit von SPD, Grünen und Linken das Projekt abgelehnt – dass der CDU-nahe Oberbürgermeister Gerd Schwandner und CDU-Parteivorsitzender Olaf Klaukien an der Spitze der Befürworter standen, mag dabei durchaus eine Rolle gespielt haben. Offiziell fand die SPD die Finanzierung zu unsicher, den Grünen fehlte die Vielfalt in der Thematik, und den Linken war es schlicht „zu popelig“.

Dass das Haus, für das ein 500 Jahre altes Gebäude am Oldenburger Schlosswall saniert werden soll, nun doch gebaut wird, ist vor allem den wissenschaftlichen Einrichtungen zu verdanken: Ein Zusammenschluss von Universität, Fachhochschule und Informatikinstitut „OFFIS“ will das Projekt in Form einer Non-Profit GmbH bis zum Sommer 2012 realisieren; mit Klaukien als Geschäftsführer. Und der stellt klar: „Abgesehen vom Grundstück, das uns auf Erbrecht ohne Zinsen zur Verfügung gestellt wurde, fließt kein Euro aus der Stadt in das ,Schlaue Haus‘“. Stattdessen stecken Universität und Hochschule als Gesellschafter sowie die Touristikinformation, die dorthin umzieht, insgesamt eine Million Euro in das Projekt. 1,5 Millionen schütten Sponsoren aus der Wirtschaft aus, und eine weitere Million kommt aus dem Konjunkturpaket II.

Im Inneren sollen Projekte zu den Themen „Energie und Klimaschutz“ und „Wohnen und Leben in der Zukunft“ präsentiert werden; dazu wurde unter anderem die optimale Neigung zur Sonne errechnet, die möglichst viel Energie bringt, außerdem ist ein Solarkamin geplant.

Doch ausgerechnet in Sachen Klimaschutz schossen die Grünen gestern erneut gegen Klaukien und die „Schlaue Haus gGmbH“. Weil zur Nutzung von Erdwärme auf dem Grundstück für 800 000 Euro gerade geothermische Bohrungen in 150 Meter Tiefe durchgeführt werden, ist Grösch erneut erbost. „Die Finanzen spielen offensichtlich keine Rolle“, frotzelte der Ratsherr: „Diese Form der Tiefenbohrung ist erwiesenermaßen unwirtschaftlich – das ist nichts anderes als Verschwendung von Steuergeldern.“ Klaukien erwiderte: „Dass Geothermie generell unwirtschaftlich wäre, ist mir neu.“ Der Geschäftsführer mutmaßte, dass „der Gedanke nahe läge“, seine Funktion als CDU-Vorsitzender hätte mit der kritischen Haltung der Grünen durchaus etwas zu tun.

Wie schlau das Haus tatsächlich ist, wird sich erst nach der Fertigstellung in über einem Jahr zeigen. Zumindest über mangelnde Publicity kann sich Olaf Klaukien schon jetzt nicht beklagen.

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