Bei 30 Grad Hitze mobilisiert das Rosenfreibad Menschenmassen / Besucher-Lob für Sauberkeit und Schwimmaufsicht

Fröhlicher Rutsch ins erfrischende Vergnügen

Schon am ersten Tag mit hochsommerlichem Wetter regiert im Harpstedter Rosenfreibad am Tielingskamp die unbändige Lebensfreude. ·
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Schon am ersten Tag mit hochsommerlichem Wetter regiert im Harpstedter Rosenfreibad am Tielingskamp die unbändige Lebensfreude. ·

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken30 Grad Hitze und Sonnenschein bleiben trotz erhöhter Eintrittspreise und des aufgrund von Schäden nicht zur Verfügung stehenden Planschbeckens Garanten für ein sehr gut gefülltes Rosenfreibad. Kaum kündigt sich der Sommer mit dem ersten heißen Tag des Jahres an, strömen die Besucher herbei.

Während einige schon wieder gehen, rücken andere nach. Gegen 17 Uhr, zur Feierabendzeit, setzt ein zweiter großer Run ein. Die Zahl der Gäste, die sich in den Becken aalen, ins erfrischende Nass rutschen oder auf der Liegewiese „braten“, dürfte über 1000 liegen – und wohl auch über dem Niveau der jüngsten Sommer-Pool-Party. Die „Wilden Zicken“ verlegen ihr Fußballtraining kurzerhand in die Badeanstalt und kürzen es wegen der Bullenhitze ab. Nach einer halben Stunde Schwitzen gönnt Trainer Kay Wagenknecht den D-Juniorinnen den heiß ersehnten „Flirt mit den Fluten“.

Sina Hellmann-Poppe zieht es mit ihrem Kind Michel-Maxime (7) nach Harpstedt an den Tielingskamp. „Wir kommen seit vielen Jahren hierher“, sagt die 35-Jährige aus der Wittekindstadt und fügt hinzu: „Die ganze Atmosphäre ist schöner als in Wildeshausen. Mein Sohn findet die Rutschen besser.“ Bei der Hygiene habe Harpstedt gegenüber dem Krandelbad die Nase vorn, urteilt Claudia Schubring, die sich mit ihren Kindern Andrea Katharina (11) und Paul Phillip (9) den Nachmittag mit Schwimmen und Sonnenbad versüßt. Die Winkelsetterin vergibt gute Noten fürs Rosenfreibad: „Die Umkleiden und Duschen sind sehr sauber. Und die Schwimmmeister passen gut auf, nach meiner Einschätzung besser als in manch anderem Freibad.“ Ihr erster Besuch in dieser Saison werde sicher nicht der letzte bleiben, vermutet die Mutter, zumal sich der nächste heiße Tag direkt anschließt. „Dann sind wir wahrscheinlich schon wieder hier.“

Selbst ein übel gelaunter Petrus hält Sarah Lenzschau nicht vom Badespaß ab. „Ich war schon bei Regen und sogar Hagel hier“, erzählt die Zwölfjährige. An ihrer Schätzung, wonach sie das Bad seit Beginn der Saison etwa 15 Mal besucht hat, hegt ihre Freundin Franziska allerdings Zweifel und widerspricht energisch. Jannes Pleus aus Groß Ippener bringt es nach eigenem Bekunden auf bislang etwa zehn Besuche in diesem Jahr. „Ich habe eine Dauerkarte. Meine Mutter bringt mich her und zurück. Ich komme meistens allein.

Baden für nur 25 Cent

pro Kopf und Tag

Meine Freunde sind ja sowieso im Freibad“, erzählt der Zehnjährige. Das Wetter sei für ihn zweitrangig, denn: „Das Wasser in den Becken ist immer warm.“

Der Sprungturm und die breite gelbe Rutsche stehen bei den Jugendlichen nach wie vor hoch im Kurs. Bereits ein flüchtiger Blick lässt erkennen, wo sich die jungen Besucher bevorzugt tummeln. „Das Springen finde ich toll“, schwärmt David Wehrenberg. Die Sommer-Pool-Party 2013 habe er nicht miterlebt, bedauert der Zehnjährige aus Harpstedt und schiebt sogleich den Grund für das verpasste Vergnügen nach: „Da hatte ich schon einen Sonnenbrand.“

Auch Ingo Fichter, Kämmerer der Samtgemeinde Harpstedt und Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, sucht und findet Erfrischung im Rosenfreibad. Trotz der vollzogenen Preiserhöhung hält er die Eintrittspreise durchaus für moderat und angemessen. In Twistringen etwa, so berichtet er, sei die Zehnerkarte für einen Erwachsenen zwar um 2,50 Euro günstiger, aber der Badegast bezahle dort für jede Warm-

Mieses Wetter bleibt

ein Publikumsschreck

wasserdusche 50 Cent, während die Samtgemeinde dafür nichts verlange.

Wie preiswert der Badespaß am Tielingskamp für Dauergäste sein kann, die das Angebot unabhängig vom Wetter regelmäßig nutzen, rechnet der Zahlenfuchs an einem Beispiel vor: „Eine vierköpfige Familie zahlt für die Saisonkarte 120 Euro. Das macht bei 120 Badetagen gerade mal 25 Cent Eintritt pro Tag und Kopf.“

Klar ist allerdings auch: Durchwachsenes Wetter bleibt ein Publikumsschreck. Wer die Regenrisiken des gemeinhin unberechenbaren norddeutschen Sommers fürchtet, entscheidet sich mittlerweile oft für die Zehner-, 20-er oder 30-er Karte. Rein rechnerisch können diese Tickets preislich zwar nicht mit den Saisonkarten mithalten; dafür aber ist die Übertragbarkeit auf die nächste, übernächste oder gar über-übernächste Saison gewährleistet.

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